Das Baskenland, in der Landessprache Euskadi, ist eine Region Nordspaniens und Südfrankreichs, die von der Bucht von Biskaya bis zu den westlichen Ausläufern der Pyrenäen reicht. Die Ursprünge der Basken und ihrer eigenen Sprache Euskera sind bis heute ungeklärt. Die Basken sehen sich jedenfalls als das älteste Volk Europas. Wie in Katalonien oder Schottland gibt es auch hier separatistische Bestrebungen. Deren extremste Ausprägung ist in der Terror-Organisation ETA zu finden, die bis heute mehr als 800 Todesopfern zu verantworten hat. Das letzte Attentat liegt sieben Jahre zurück.

Donnerstag, 05.05.2016

Ich freue mich auf ein verlängertes Wochenende im spanischen Baskenland mit meiner Freundin Karin. Wir fliegen mit Eurowings nach Bilbao, mit ca. 370.000 Einwohnern die größte Stadt und die Kunstmetropole der Region. Die Bewohner nennen ihre Stadt Bilbo. Hauptstadt des Baskenlandes ist allerdings Vitoria, auf baskisch Gasteiz.

Wir wollen mit dem grünen Bizkaibus No. A3247 fahren, für 1,40 € in die Stadtmitte. Die Haltestelle Gran Via liegt nur 500m von unserem Hotel entfernt - bei regenfreiem Wetter und mit Rollkoffern also kein Problem. Doch die endlose Schlange an der Airport- Haltestelle lässt uns kurzentschlossen ein Taxi nehmen.

Am Nachmittag erreichen wir unsere Herberge für die nächsten drei Nächte, das avantgardistische 5-Sterne-Hotel Melia Bilbao, eine Schöpfung des mexikanischen Architekten Ricardo Legorreta. Es liegt in fußläufiger Nähe des Guggenheim-Museums. Die farbenprächtigen Innenräume wie das Atrium oder das Spa werden von natürlichem Licht angestrahlt, die Zimmer sind großzügig gestaltet.

Der Tag ist noch jung, um 18:00 treffen wir Maria Sáenz de Buruaga, eine Reiseführerin von trip4real.com, der Plattform, auf der Einheimische Führungen durch ihre Stadt für Touristen anbieten. Maria ist Studentin, sie spricht neben Baskisch und Spanisch auch Englisch und Französisch und wird uns die Stadt für 15 € p.P. "von oben" zeigen. Unser verabredeter Treffpunkt ist Jeff Koons`Puppy, ein zwölf Meter hohes "Hündchen" auf dem Vorplatz des Guggenheim Museums. Die Statue besteht aus einem Arrangement von 17.000 Blumen und Pflanzen in einem dreidimensionalen Drahtgestell.

Wir überqueren den Nervión, den Fluß, der mitten durch Bilbao fließt, auf der Fußgängerbrücke Puente Zubizuri, entworfen von dem Star-Architekten Santiago Calatrava. Den Glasboden der Brücke mußte man wg. der Rutschgefahr bei Regen leider mit Kunststoff- Teppich belegen. Es ist nur ein Katzensprung bis zur Bodenstation der Zahnradbahn (Funicular). Drei Minuten lang fährt der Schrägaufzug hinauf auf den 250 m hohen Monte Artxanda, den "Hausberg" von Bilbao.

Von hier haben wir eine exzellente Aussicht über die Stadt und Maria zeigt uns in ihrer erfrischend natürlichen Art die wichtigsten Gebäude der Stadt aus der Sicht von oben.

Dabei wandern wir langsam wieder hinunter zum Fluss. Die von Maria gewählten Wege sind allerdings nichts für ungeübte Wanderer wie mich. So muss ich auf rutschigem Rollsplitt die unfreiwillige Bekanntschaft mit dem Boden machen.

Maria gibt uns für den Abend noch Restauranttipps und Empfehlungen, z.B. das Restaurant Goizeko Izarra, Alameda Gregorio de la Revilla 9.

Wir wollen es aber heute abend erst mal ohne High End Gastronomie angehen und entscheiden uns für das Restaurant Sidrería - Asador La Gabarra, wie sich herausstellt leider eine schlechte Wahl. Der Besuch einer Sidrería in Bilbao ist eigentlich ein must. Sidra ist die spanische Bezeichnung für Apfelwein, der in der Region um Bilbao einen recht herben Geschmack hat, und eine Sidreria ist eine Art Straußenwirtschaft. Das La Gabarra ist allerdings eher ein schlechtes Restaurant. Der als Vorspeise bestellte Spargel entpuppt sich als Dosenware, die kalt mit einer Mayonnaise serviert wird, eine offensichtlich in Spanien gebräuchliche Zubereitungsart. Das bestellte Kabeljaufilet hat eine gummiartige Konsistenz, so als wäre es TK-Ware, die zu lange in der Mikrowelle aufgetaut wurde. Zudem wird es "pil-pil" serviert, also in der klassischen Ölvariante, nicht aber mit einer baskischen Sauce wie von uns bestellt. Sehr enttäuschend für ein erstes Dinner in der Feinschmeckerstadt Bilbao.


Freitag, 06.05.2016

Heute morgen entern wir das Guggenheim Museum. Zwangsläufig verbindet jeder den Ortsnamen Bilbao mit diesem 1997 fertiggestellten Museum. Und das kommt nicht von ungefähr. Bilbao war bis dahin eine unsäglich graue, industriell geprägte Stadt ohne jegliche Anziehungspunkte. Ich wäre damals nie auf die Idee gekommen, nach Bilbao zu reisen. Da hätte ich als Ziel eines Wochenendtrips eher Manchester oder Liverpool gewählt. Erst mit dem Bau des Guggenheirm Museums, dessen Architektur von dem Amerikaner Frank O. Gehry entworfen wurde, setzte ein grundlegender Wandel zum nachhaltigen Vorteil der Stadt Bilbao ein, der bis heute anhält.

Unsere online vorgebuchten Tickets sind für einen Eintritt um 10:00 gültig. Wie bei vielen internationalen Museen gilt es, das gebuchte Zeitfenster einzuhalten. Das Guggenheim verzeichnet jährlich ca. 1 Mio. Besucher, ein Publikumsmagnet!

Atemberaubend ist schon die Architektur des titan- und steingedeckten Museumsbaus. Die futuristischen Museumsformen werden oft verglichen mit aufgefächerten Blüten oder einem gigantischen Schiff, das am Nervión angelegt hat. Diesen Architekturstil nennt die Fachwelt Dekonstruktivismus. Ein ähnliches Gebäude gibt es in Los Angeles, die Walt Disney Concert Hall, ebenfalls von Gehry entworfen.

Nicht nur die Architektur des Museums, sondern auch die beiden großen Skulpturen vor dem Gebäude, Maman, die bronzene Spinnenskulptur von Louise Bourgeois und Jeff Koons`Puppy, ziehen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Auf der Flussseite des Museums liegt auf einer Plattform ein weiteres Meisterwerk von Jeff Koons, die Plastik Tulips.

Neben der ständigen Ausstellung von Meisterwerken der modernen und zeitgenössischen Kunst aus der Sammlung der Solomon Guggenheim Stiftung gibt es Wanderausstellungen zu sehen. Das Innere des Museums wird beherrscht von einem 50 m hohen Atrium und soll einer Herzkammer entsprechen.

In der größten der 19 Galerien ist mit Richard Serra's riesiger Stahlinstallation The Matter of Time eines der wenigen permanenten Exponate zu sehen. Karin mag Serra's Skulptur und erkundet das Innere der gedrehten und geschachtelten Stahlplatten. Richard Serra ist seit 1979 auch am Bochumer Hbf mit einem rostigen Kunstwerk vertreten - Terminal, tief im Westen sehr umstritten und wenig verstanden.

Ansonsten wechseln die Ausstellungen ständig. Meist sind zeitgleich mehrere zu sehen. Zur Zeit unseres Besuchs wird Andy Warhol's Installation Shadows mit allen 102 Malereien ausgestellt. Mich begeistern eher die Außenskulpturen Tulips von Jeff Koons und Anish Kapoor's Tall Tree & The Eye. Aber Kunst ist und bleibt Geschmackssache, jedenfalls für mich als Laie. Es ist wie beim Wein - gut ist, was gefällt!

Natürlich ist es hier verboten, eigene Fotos oder Videos aufzunehmen. Ich fotografiere einen kleinen Jungen, der zufällig vor Anselm Kiefer`s The renowned Orders of the Night (Die berühmten Orden der Nacht) steht. Dafür fange ich mir fast einen Rausschmiss von einer resoluten Aufseherin ein. Sorry for the mistake, ich wollte doch nur den kleinen Jungen fotografieren ...

Außer dem Guggenheim Museum rühmt sich die Stadt mit einem bescheidenen, aber zeitlosen Metro-System, designed by Sir Norman Foster, mit dem Flughafen vom spanischen Architekten Santiago Calatrava und einem Gemeindezentrum von Philippe Starck. Diese Aufzählung ist keineswegs abschließend.

Nach dem Besuch des Guggi, wie es von den Bilbaínos genannt wird, beginnen wir unsere ganz persönliche Erkundung Bilbaos.

Wir laufen am Fluß entlang bis zur Altstadt, der Casco Viejo, und erreichen zunächst den Plaza Nueva, der von vielen Bars mit Außenterrassen gesäumt ist. Hier liegt eine der berühmtesten Pintxos- Bars der Stadt - Victor Montes. Auch unser mittäglicher Imbiss besteht aus den mittlerweile legendären Pintxos.

Ursprünglich waren die Pintxos kleine Häppchen, die man beim Weintrinken zwischendurch aß. Heute versteht man unter dem Fingerfood eher eine Art Haute Cuisine in Miniaturformat. Der Name "Pintxo" stammt übrigens von dem Zahnstocher, mit dem früher diese Leckerbissen auf einer kleinen Scheibe Brot befestigt wurden. Man findet allerdings heute Pintxos in allen Formen und Geschmacksrichtungen und der Zahnstocher muss nicht mehr unbedingt mit dabei sein. Pintxos liegen meist ansprechend auf der Bartheke von Kneipen und Gaststätten aus. Es ist üblich, erst um einen Teller zu bitten und sich dann die Pintxos selbst zu nehmen. Die Preise orientieren sich an der Größe und Variante der verwendeten Zutaten.

Maria hat uns schon vor unserem Besuch empfohlen, die txangurro pintxos in der El Globo Bar zu probieren. Doch dafür reicht die Zeit nicht mehr. Dort soll es die besten Seafood- Pintxos von Bilbao geben, sagt Maria. Txangurros sind Teufelskrabben, eine Art Taschenkrebse, und die Pintxos bestehen im wesentlichen aus dem aromatischen Krebsfleisch. Schade, dass wir sie verpasst haben.

Wir sind in der Altstadt, der Casco Viejo, angekommen. Am Plaza de Unamuno mit seiner von Karin so getauften Spanischen Treppe liegt einer der beiden Eingänge zum Museo Vasca, dem Baskischen Museum von Bilbao, dessen Besuch sich lohnt. Es ist bis 19:00 geöffnet, der Eintritt kostet nur 3 €. Das Museum ist in den Pforten eines alten Jesuitenklosters beheimatet, wo es im Jahr 1921 eröffnet wurde. Es ist ein Museum für Archäologie, Völkerkunde und Geschichte und es demonstriert in anschaulicher Weise die Geschichte des Volkes der Basken und der von ihnen bewohnten Region. 

Im Innenhof steht eine Sandsteinfigur, die entfernt an einen Eber erinnert und Míkeldi genannt wird. Die Figur soll auf eine heidnische Naturreligion zurückgehen. Zwischen den Beinen der Statue befindet sich eine Scheibe, die Sonne und Mond symbolisieren könnte. Hier in der Biskaya hat es viele solcher Funde gegeben. Die Funktion dieser Figuren wurde ganz unterschiedlich interpretiert. Fest steht, dass sie aus der späten Eisenzeit, also um 400 v.Chr. stammen.

Auch die Catedral de Santiago liegt mitten in der Altstadt, das Kircheninnere wirkt ziemlich schlicht. Es schließt sich das Siete Calles ("Sieben Straßen") genannte Herz der Altstadt an. Hier findet man die Häuser der reichen Familien Bilbaos aus alter Zeit und hier findet sich die größte Dichte an Bars und Restaurants der Stadt.

Wie wärs mit einer Baskenmütze? Sie wird von Hand aus Schafswolle hergestellt und ist ein eher praktisches als ästhetisches Kleidungsstück. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen, Größen und Farben. Ein Fachgeschäft für Baskenmützen ist Elosegui in der Avda. Pamplona 10.

Direkt am Fluß liegt der neu renovierte Mercado de Ribera, der zu den schönsten und größten Markthallen Nordspaniens zählt – die Fülle der Waren ist nicht nur für Feinschmecker ein Fest der Sinne. Der Mercado de Ribera ist laut Guiness- Buch der Rekorde sogar der größte überdachte Markt der Welt. Hier kaufen die Bilbaínos ein, weniger die Touristen - obwohl man sich hier an den penibel sauberen Marktständen außerordentlich günstig mit Würsten und Käse eindecken kann. Ich kaufe eine Lage Jamon Iberico de Bellota und in Olivenöl eingelegte Sardellen - nicht zu vergleichen mit der bei uns zu erwerbenden Qualität, aber auch entsprechend teurer.

Nach dem Marktbesuch nehmen wir die Euskotren/Tranvia genannte Straßenbahn (Station Ribera bis Station Abandoibarra, 6 Stationen Ri. La Casilla, Ticket 1,50€) zurück ins Hotel.

Heute abend folgen wir einem Restauranttipp von Marias Vater, der das Zapirain als das beste Fischlokal der Stadt empfiehlt. Das Zapirain ist wirklich eine sehr gute Wahl. Die Bedienung ist sehr beflissen und spricht perfekt Englisch - eine Seltenheit in Bilbao.

Ich habe für 21:00 einen Tisch reservieren lassen. Die frischen Fischgerichte sind ein absoluter Gaumenschmaus. Ich wähle eine Fischsuppe als Starter, dann teilen wir uns eine schmackhafte Seezunge (sole). Esto es fantástico!

Dazu wählen wir einen guten Txakoli, den auch international bei Weinkennern beliebten baskischen Weißwein. Er ist erfrischend und spritzig, ideal geeignet als Aperitif und sehr gut passend zu fast allen Fischgerichten.


Samstag, 07.05.2016

Unser heutiges Programm fordert ein frühes Aufstehen. Im Hotel gibt es am Wochenende erst ab 7:30 Frühstück. Doch das Timing reicht für unseren Tagesausflug.

Wir nehmen ein Taxi bis San Mames. Hier steht das gleichnamige Fußballstadion von Athletic Bilbao, dem Kultverein, bei dem ausschließlich Basken spielen dürfen, übrigens mehrfacher spanischer Meister und Pokalsieger.

In der Calle Gurtubay, liegt der zentrale Busbahnhof, wo um 8:40 der ALSA-Bus nach San Sebastian fährt. Den finden wir schnell und treffen nach kurvenreicher Fahrt durch die Ausläufer der Pyrenäen gegen 10:00 in der Stadt am Meer ein. Die Return- Tickets hatte ich für uns beide bereits im Internet gebucht.

Schon während der Fahrt fängt es an zu regnen und in San Sebastian empfängt uns das typische Atlantikwetter. Wir laufen erstmal runter zur Mündung des Urumea- Flusses, wo wir in ein Café zum Hamaiketako, dem "2. Frühstück um 11:00", einkehren. Da sind wir ja fast genau auf den Punkt richtig angekommen. Also genießen wir einen Café Latte und ein Stück Kuchen während es sich draußen einzuregnen scheint. Aber das soll uns nicht von der weiteren Erkundung insbesondere des berühmten Strandes "La Cocha" abhalten.

Karin möchte die "Wellenbilder von Cheerleader" sehen. Jedenfalls verstehe ich sie zunächst so - ein Fauxpas! Natürlich meint sie die Eisenplastik "Peine del Viento" (Windkamm), eines der bekanntesten Werke von Eduardo Chillida. Ich gebe zu, in der bildenden Kunst bin ich nicht wirklich zuhause, insbesondere nicht bei den Gegenwartskünstlern. Die Chillida- Plastiken ähneln dem Kopf einer Kneifzange und befinden sich auf den Felsen am äußersten Ende der Bucht. Zu weit weg!

Stattdessen besuchen wir Gegenwartskunst im unterirdischen Lebensmittelmarkt von La Bretxa (Mercado de la Bretxa ) in der Parte Vieja. Wie schon in Bilbao ist auch hier das Angebot insbesondere an Fisch und Fleisch gigantisch. Schon allein die Optik fasziniert. Hier kenne ich mich jedenfalls aus.

San Sebastian, auf baskisch Donostia, ist zusammen mit Biarritz eines der großen Belle-Époche-Seebäder an der baskischen Küste. San Sebastian ist zudem Kulturhauptstadt Europas des Jahres 2016. Die für die Stadt prägende Bäderarchitektur aus dem 19. Jh. säumt die muschelförmige Bucht Playa de la Cocha am Golf von Biskaya. Hier liegt Spaniens kulinarisches Mekka. In der Stadt soll es mehr Sterne-Restaurants pro Einwohner geben als in Paris und Tokio zusammen. 

Bis der Regen aufhört besuchen wir die Swing Bar des Hotels de Londres y de Inglaterra auf einen kleinen Erfrischungsdrink. Sie ist keineswegs so verstaubt wie man meinen könnte.

Schülermannschaften haben auf dem großen Sandstrand von La Cocha Tore aufgestellt und spielen Strandfussball. Ein Mann läuft mit einem Metalldetektor den Strand auf der Suche nach Münzen ab - und er wird immer wieder fündig.

Karin will ins Meer. Ich halte sie nicht davon ab. Während sie in den seichten Wellen der Atlantikbucht ein Bad nimmt, verkoste ich auf einer Restaurantterasse der Promenade einen kleinen Imbiss: Moules Frites, Miesmuscheln in Tomatensauce mit Pommes frites. Köstlich!

Karin steht nach dem Bad der Sinn mehr nach den legendären Pintxos de Donostia. Die Pintxos von Donostia/ San Sebastián sind eine überregional renommierte kulinarische Besonderheit, kleine kalte und warme Gourmetportionen der sogenannten Cocina en miniatura - oftmals aufgespießt auf kleine Weißbrotscheiben - meist auf hohem gastronomischen Niveau. Der beste Ortsteil, um diese zu probieren, ist Parte Vieja, der "alte Teil". Die charmante Altstadt ist zudem berühmt für die weltweit höchste Dichte an Bars. Der Pintxo steht hier im Mittelpunkt und das Essen wird sehr ernst genommen. Wie es in Spanien üblich ist, wählen wir einen Tisch an der Straße vor einer typischen Pintxos- Bar und bestellen eine Auswahl der Häppchen.

Die Zeit langt leider nicht mehr für einen Besuch des Kunst- und Volkskundemuseums San Telmo Museum ("Europas Museum des Jahres 2013") an der Plaza Zuloaga. Es ist in einem ehemaligen Dominikanerkloster untergebracht, dem ein kubistischer Baukörper angegliedert wurde.

Um 16:40 geht es vom unterirdischen Busbahnhof am Plaza Pio Doce mit dem Fernbus zurück nach Bilbao, wo wir um 18:00 ankommen.

In der Hotellobby tobt eine große Anzah kleiner Kinder umher, im Restaurant wird eine Kommunion gefeiert und die Gästeschar verteilt sich auf der gesamten unteren Etage incl. Lobby und Bar. Da bleibt für den Rest der Hotelgäste leider kein Platz mehr. So ist es eben hier, Kinder haben in Südeuropa einfach einen anderen Stellenwert als bei uns.

Glücklicherweise habe ich auch für diesen Abend eine Reservierung fürs Dinner vorgenommen. Am letzten Abend unserer Kurzreise lassen wir uns verwöhnen im Restaurant Zarate - ein weiterer Tipp von Maria. Nach einem leckeren Amuse Gueule, dem Gruß aus der Küche, werden Austern von ausgesucht guter Qualität serviert. Danach gibt es ein Seeteufel- Filet bzw. ein Grouper- Filet für Karin - beides überragend gut. Als Dessert wählen wir Curd und Schokoladen- Variationen. Ein gelungenes Abschiedsessen.

Die von uns besuchten Restaurants Zapirain und Zarate sind unbedingt einen Besuch wert! Genießen Sie die baskische Kochkunst ...

Gewöhnungsbedürftig ist für mich immer die mediterane Zeit fürs Abendessen. Die Restaurants füllen sich meist erst um 22:00.

Kurt Weill hat den hiesigen Kneipen mit Bill's Beer Hall im "Bilbao-Song" aus dem Musical Happy End ein Denkmal gesetzt. Keine Ahnung, ob er damals in den 20ern überhaupt je in Bilbao gewesen ist oder wie Karl May "alles nur geträumt" hat:

"Bills Ballhaus in Bilbao, Bilbao, Bilbao,
war das Schönste auf dem ganzen Kontinent.
Dort gab's für einen Dollar Krach und Wonne
und was die Welt ihr eigen nennt.
Aber wenn Sie da hereingekommen wären,
ich weiß ja nicht, ob Ihnen so was grad gefällt,
doch es war das Schönste auf der Welt..."

In der Nähe unseres Restaurants gibt es ein paar gemütliche British Pubs und Irish Pubs.

Sonntag, 08.05.2016

Vor dem mittäglichen Rückflug nach Deutschland genießen wir ein ausgiebiges letztes Frühstück im Melia. Wie so oft war auch hier die Dauer unseres Aufenthaltes viel zu kurz..... dennoch hat es sich gelohnt!

Sonntags sind übrigens alle Geschäfte, Kaufhäuser und Supermärkte geschlossen.

Agur Bilbo! Hasta la vista, Euskadi!


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Das sind meine Reiseliteratur- Empfehlungen für Bilbao / San Sebastian / Baskenland:

Für einen Kurzaufenthalt in Bilbao und San Sebastian kommt nur ein kompakter Reiseführer in Frage, den man in die Jackentasche stecken kann und der zudem eine brauchbare Karte mitbringt.

Reise Know How CityTrip San Sebastian / Bilbao
und
Marco Polo Baskenland / Bilbao

Beide Bände (140 S. bzw. 130 S.) liegen in der 12 € Preisklasse und bieten für einen Kurztrip ausreichend Infos. Mehr kann man in so kurzer Zeit sowieso nicht mehr aufnehmen und umsetzen. Mein Favorit ist der CityTrip-Band.



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