1.-3. Tag: San Francisco, CA, - Flower Power, Golden Gate, Fisherman´s Wharf, Cable Cars, Chinatown, Erdbeben ... - so viele Bilder! Wir (meine Tochter Sina, 16, und ich, 43) sind nachmittags mit der Air France via Paris angekommen. Total gerädert. Ich rauche eine Zigarette vor dem Flughafengebäude. Da werden wir direkt von einem Österreicher angequatscht. Er lebe seit Jahren hier, komme aus Braunau (Ob uns das was sagen würde?) und mache hier Stadtrundfahrten für Deutsche... Kein Interesse. Er muß sowieso nach downtown und nimmt uns mit in unser vorgebuchtes Hotel, "B.W. Canterbury", in der Sutter Street. Für 15 $ - immerhin preiswerter als ein Taxi! Unterwegs zeigt er uns schon einiges von seiner Wahlheimat. Wir lernen: möglichst im Stau nicht unter Brücken anhalten wg. earthquakes. Er sagt, das komme hier andauernd vor, aber solange es ihn beim Fernsehen "nicht von der Couch haue" (!), sei er nicht besorgt. Na ja, während unseres Aufenthaltes hat es nicht gewackelt, der Braunauer hat wohl ein wenig übertrieben.

Endlich im Canterbury. "How are you?" Diese Grussformel ist nicht der Beginn einer Konversation oder einer  wunderbaren Freundschaft. Die längste erwartete Antwort darauf ist "Fine, thanks, how are you?", das wars. Die Angestellten an der Rezeption dieses Mittelklasse- Hotels gehören erkennbar der Schwulenszene an, aber das ist in S.F. völlig normal. Ca. 20% der wahlberechtigten Bürger der Stadt sollen homosexuell sein. Das Canterbury ist gut - und günstig gelegen: nur wenige Minuten zu Fuß bis Chinatown und zum Union Square. Der Blick aus dem Hotelzimmer geht auf die Skyline von S.F., mittendrin die Transamerica Pyramide (umwabert von Nebelschwaden, daher "Fog City"). Wir nehmen noch einen Imbiss und ein paar Drinks und dann ab in die Falle.

Am nächsten Morgen früh raus, American Breakfast im Hotel, und los gehts: Sightseeing, wir erkunden Downtown, stellen fest, daß (leider, da wir dann schon weiter sind) am Wochenende die farbenprächtige Christopher Day Street- Parade stattfindet. Die Menschen hier: ein Kaleidoskop! Banker, Straßenmusiker, Manager in long cabin- cars, Händler, Bettler, Touries und Normalos. Hunger: Wir stellen uns langsam darauf ein, daß hier 1 $ die Kaufkraft von 1 DM bei uns hat! Also: ein durchschnittliches warmes Essen (abends teurer als mittags!), z.B. Tortellini od. Hähnchenschnitzel mit Pommes und Salat, muß man mit 15- 20 $ veranschlagen! Alternative: Burger (in den fast-food-Läden) 3- 6 $ - kann man mal machen, aber auf Dauer.... Frühstück kostet im Hotel p.P. 10- 15 $, kann man in den zahlreichen coffee-shops aber auch preiswerter bekommen (aber nicht so reichhaltig). CDs sind hier mindestens so teuer wie bei uns in Deutschland - also keine Schnäppchen. Günstig sind Marken- Klamotten, vor allem Schuhe, Jeans, Sportartikel, besonders in den factory outlets zu kaufen: Nike, Levis, Tommy Hilfinger, Calvin Klein (da stehen vor allem die Japaner drauf)... Aber von den genannten Marken findet Sina hier nicht unbedingt jeden gängigen Artikel, den sie kennt. Ich kenn´ mich sowieso nicht aus... Die Factory Outlet Malls befinden sich übrigens meist draußen vor den Städten, insbesondere im Umkreis von Las Vegas (s. 17. Tag).

Wir sind unten bei Fisherman´s Wharf, kulinarische Spezialität: clam showder (Krebs-/Muschelsuppe) und frisches Krebszangen- Fleisch. Auf eine Fahrt nach Alcatraz, die Gefängnis- Insel, auf der neben Al Capone, Robert Strout und dem Ausbrecherkönig Frank Lee Morris in der Zeit von 1934 - 1962 nur die schlimmsten Verbrecher inhaftiert waren, verzichten wir wegen der Menschenschlange vor dem Buchungsschalter (the thrill must go on!). Statt dessen beobachten wir die Seehunde im Hafen. Fisherman´s Wharf incl. Girardelli Square ist eine Ansammlung von Andenken- und Freß- Buden. Kann man, muß man aber nicht sehen. Sehen und fahren muß man aber unbedingt mit den cable cars (day pass kaufen! gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel: histor. Straßenbahnen, Busse, sky train...). Wir fahren verschiedene Linien, sitzend in den Wagons und außen stehend beim Bremser. Bei einer Fahrt mit den cable cars wird einem die Topographie von S.F. erst richtig bewußt: es geht bergauf und bergab. Auch einen Besuch im cable car museum  lassen wir uns nicht entgehen. Hier wird die geniale Technik aus dem 19. Jahrhundert anschaulich demonstriert.

Natürlich besuchen wir auch Hails Ashbury, das Mekka der Flower Power Generation. Heute nur noch ein schäbiger Abklatsch: Tuntenläden, flippige Shops und runtergekommene Restaurant- Buden. Die Straßen von einigen wenigen schrägen Vögeln und Junkies bevölkert, "Hippies" haben Seltenheitswert. Zudem ist es an dem Tag ungemütlich kalt und verregnet, so daß wir den Golden Gate Park nur kurz "beschnuppern". Eine Farbige erzählt mir im Bus die Geschichte ihres Lebens, daß sie auch in Munich, Germany, gewohnt habe, die Kälte in den zwischenmenschlichen Beziehungen bei uns nicht ertragen habe, ob die meisten Männer in Deutschland wirklich Soldaten seien und daß sie  den NATO- Krieg im Kosovo nicht verstehe. Ich bin total perplex. Damit habe ich nicht gerechnet.

Über den Stadtteil "Little Italy" haben wir offensichtlich falsche Vorstellungen: Hier findet der Besucher weder eine Reproduktion von Italien- Klischees noch eine einzige Pizzeria, die deutschen Gewohnheiten entspricht. Die Möglichkeit, einen richtigen Espresso oder Capuccino zu trinken, empfinden wir hier schon als sensationell. Kaffee ist ein Thema für sich in Amerika, meist gibt es eine fürchterlich dünne "Plörre". Also, was das Bewahren von landestypischen Sitten und Gebräuchen angeht, so haben dies die Chinesen am besten kultiviert (übrigens noch mehr in Vancouver, CAN). China Town in S.F. gibt dem Besucher die Möglichkeit, in exotische Lebensmittel- Geschäfte und Restaurants reinzuriechen. Hier werden Gemüse, Pilze, Spezereien und Tiere verkauft, die die meisten Europäer nie zuvor gesehen, viel weniger gegessen haben. Versucht mal ein typisches Dim- Sum in einem China- Restaurant!

Am vorletzten Tag in S.F. decken wir uns beim AAA, dem amerikanischen Automobilclub, mit (für ADAC- Mitglieder) kostenlosen Karten und Tourbooks ein (Tipp!). Können wir in der Folge gut gebrauchen und müssen uns keinen sonst so oft angepriesenen Randy McNelly- Atlas kaufen. Noch ein Tipp: vom ADAC eine "show your card and save"- Karte besorgen, damit bekommt man in vielen Motels Sonderkonditionen. Für "Best Western"- Motels ("B.W.") - damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht - schon in Deutschland eine "Gold Crown Club"- Karte besorgen, gibt weitere Vorteile; aber auch die anderen Ketten haben Specials!

Am 4. Tag übernehmen wir in Downtown bei Dollar-Rent-A-Car unseren vorgebuchten Mietwagen, einen weißen Dodge Stratus, der uns zuverlässig und sicher über die nächsten 5.000 km befördern sollte. Wir verlassen San Francisco (meiden Stopps unter Brücken..) auf dem Highway (Hwy) #101 Richtung Montgomery und biegen dann auf den Hwy #1 (scenic drive). Die Amis sind von der Schönheit des "Big Sur" (u. Los Padres National Forest) überwältigt. Die Küstenlandschaft ist wirklich schön. Wir fahren durch San Simeon (die neoklassizistische Dekadenz von Hearst Castle ersparen wir uns) und Cambria. Beinahe wären wir an dem Strand mit den See- Elefanten vor Altascadero vorbeigefahren, man hält hier an fast jedem Alta Vista- Point - das sättigt auf die Dauer. Die Beobachtung der Herde wilder  See- Elefanten auf dem Strand ist eine Sensation. So etwas haben wir bisher nur im Wattenmeer gesehen, allerdings waren das Seehunde und wir konnten sie nur vom Schiff aus auf einer Sandbank sehen.

Als Tagesziel wählen wir dann San Luis Obispo, CA, und checken ein im "B.W. Olive Tree Inn". An der Rezeption - wir feilschen um den Preis für die Übernachtung - gibt man uns den Tipp, im Ort finde heute abend eine "parade" statt.Als wir dann gegen 7 p.m. dort sind, finden wir einen bunten (Jahr-) Markt vor - mit Ständen der örtlichen Gemüsebauern, der Kirchen (und Sekten), Spare-Rips- Grills (hier stehen die Folks Schlange) sowie diverser Ethno- Küchen. Was uns als Deutsche sofort auffällt: kein Mensch raucht hier auf der Straße, niemand trinkt in der Öffentlichkeit Alkohol! Es gibt keine Bierstände o.ä. - Glückliches Kalifornien! - denken wir. Aber wir sollten noch belehrt werden. Zwar gibt es keine "Parade" nach europäischen Vorstellungen, dafür jede Menge Straßenmusik, und das "quer Beet". In jeder Seitenstraße ein musikalisches Ereignis: Dixie, Blues, Jazz, Country, Soul, Bar- Music - in allen möglichen und unmöglichen Formationen bieten Musiker der West- Küste einen Eindruck von der Vielfalt der Musikstile: ein wirklich einmaliges Erlebnis! Am meisten beeindruckt uns eine Schüler- Band, die u.a. alte Jimi Hendrix- Titel (z.B. "All along the watchtower")  improvisiert. Klasse! Meine Tochter kauft sich eine CD von denen. Zu Abend essen wir in einem "Cayun"- Restaurant am Motel. Hier gibt es alles mögliche aus den Südstaaten zu essen, was wir nicht kennen, selbst Alligatoren- Fleisch, viele der Gerichte "blackened", also rauchgeschwärzt. Gewöhnungsbedürftig! Die Speisen- Wahl aus der "menu" genannten Karte gestaltet sich zum Glücksspiel. Der Zufallsstop in San Luis Obispo hat sich wirklich gelohnt.

Der 5. Tag führt uns wieder auf den Hwy #101, über Santa Barbara und Ventura, Richtung Los Angeles. Es ist immer noch diesig, aber merklich wärmer. Wir schalten erstmals die Klimaanlage im Dodge ein und passieren L.A.. Unser Tagesziel ist Palm Springs, CA , das wir am frühen Nachmittag erreichen: WÜSTE! Wir steuern das Visitor- Information- Center am Ortseingang an: Wo finden wir ein freies Zimmer für die Übernachtung?.Wir steigen aus dem Auto und bekommen einen Schlag: Über 40° C Außentemperatur! Völlige Windstille. Unser Aufenthalt im klimatisierten Visitor- Center dauert nur kurz, es nervt, darauf zu warten, bis wir an der Reihe sind. Sind wir Deutsche eigentlich ungeduldiger als Amerikaner? Also selber nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen. Es geht den Palmen- gesäumten Palm Springs Boulevard runter. Hier fährt man eigentlich stilecht mit offenem Cabrio, wir sind froh, mit einer klimatisierten Limousine zu reisen. Schon nach kurzem werden wir bei unserer Motel- Suche fündig: das "Vagabond Inn Palm Springs". Der Name hört sich nach billiger Absteige an, ist es aber keineswegs. Das Motel gehört zu einer größeren Kette, hat allen üblichen Komfort der Mittelklasse: saubere, großzügige Zimmer mit 2 Queensize- Betten, Dusche/Bad, coffee-maschine, outdoor- pool. 

Und die Sensation am Pool: der wird bewirtet von einer Deutschen aus Franken, die vor 30 Jahren hierher ihrem amerkanischen Mann gefolgt ist. Sie spricht natürlich inzwischen besser Englisch als Deutsch. Fragt uns, ob es in Deutschland inzwischen auch diesen amerikanischen strunkigen Salat gibt, der Grundlage des hier typischen Cesar´s Salad ist (den hatten wir bestellt, und davon hat sie uns eine Portion für 2 Tage gemacht...), wir meinen, der Romana- Salat sei ungefähr vergleichbar, und bejahen. Sie würde im Herbst nach Nürnberg fliegen, zu ihrem Bruder. Dann müsse sie "amerikanisch" kochen. Und dann belehrt sie uns zum Thema "Rauchen und Trinken": In Palm Springs gäbe es mehr Alkoholiker als in San Francisco, man würde seiner Sucht in den Bars frönen oder zuhause. Bei unserem Gespräch raucht sie eine Zigarette nach der anderen... Scheinheiliges Amerika! An diesem Tag ist es so heiß. daß mir der Schweiß am Pool ohne daß ich mich bewege nur so von den Schläfen rinnt. Ich trinke "Coor´s Light Beer", alles andere alkoholische ist tödlich bei diesen Temperaturen. Andere Gäste begnügen sich mit Leitungswasser und Eiswürfeln aus der nie versiegenden und verstummenden ice- machine. Am Abend wird es erträglicher. Wir essen bei einem "Griechen", allerdings ziemlich allein - mögen die Amis kein Gyros, Suflaki, etc....? Meine Tochter hat ein sehr gewagtes -fast durchsichtiges- kurzes Kleid angezogen. Sie wird auf der Straße begafft wie ein Allien. Dieses Kleid wird sie im weiteren Verlauf unserer Reise nicht mehr anziehen.

6. Tag: Wir wollen uns den Joshua Tree National Park ansehen, verlassen Palm Springs nach dem Frühstück, und kaufen uns am Eingang des N.P. einen "Golden Eagle Passport" für $ 50 pro Fahrzeug. Damit können wir alle amerikanischen  Nationalparks für die Dauer eines Jahres besichtigen.  Der Joshua Tree N.P. beeindruckt uns sehr. Er ist einer der weniger besuchten Parks, was seine Sehenswürdigkeit nicht im geringsten schmälert. Die karge Landschaft, Pflanzen- (Joshua Trees und Kakteen) und Tierwelt stimmt uns auf die nächsten Tage ein. Die Begegnung mit einem wilden Koyoten, der sich - trotz aller Vorsicht eines nicht domestizierten Tieres - von Besuchern des N.P. mit hingeworfenen Chips u.ä. füttern läßt, bleibt uns in Erinnerung (natürlich habe ich solche "events" auf Video gebannt). Unser Tagesziel ist Kingman, AZ. Nach Verlassen des Joshua Tree N.P. versorgen wir uns erst mal mit mineral water und leckeren frischen Sandwiches (tuna, trout und turkey) in einem Supermarkt in Twentynine Palms, dann gehts weiter durch eine trostlose Landschaft via Topock nach Kingman an der Route #66 Das haben wir uns anders vorgestellt: Wieder eins der Klischees, die wir korregieren müssen: Keine Spur vom Route 66- Mythos!. Aber vielleicht haben wir uns vertan: der Abschnitt Kingman - Peach Springs- Seligman soll angeblich repräsentativer für die alte #66 sein, probiert´s aus!  Wir übernachten im  "B.W. Kings Inn & Suites".  Das Zimmer ist wirklich gut, aber unsere Nachbarinnen veranstalten mit ihren Kindern eine 24h- Fete, die uns viel Schlaf raubt. Okay, kann man sich nicht aussuchen.

Am nächsten Morgen, 7. Tag, frühstücken wir bei "J.B.´s": Super- Breakfast! Dann fahren wir den Hwy #50 bis Williams und ab da Richtung Grand Canyon South Rim. Wir erreichen den Grand Canyon am Mittag: overwhelming! Es ist ein herrlicher Tag mit unglaublicher Fernsicht. Der Grand Canyon muß wirklich eines der größten Naturwunder unserer Erde sein! Wir erstarren in Ehrfurcht, allen anderen um uns herum geht es genauso. Bei einem nächsten Besuch würden wir uns sicher 1- 2 Tage in ein Hotel im Grand Canyon Village einbuchen (Vorbuchung jedoch in der Saison unbedingt erforderlich!). Nur so kann man das sich ständig ändernde Farbspiel des Sonnenauf- und -untergangs und der über den Canyon ziehenden Wolken intensiv beobachten, fotografieren, filmen. Man hat aber keine wirkliche Chance, die Eindrücke von dieser grandiosen Schlucht auf Film oder Video festzuhalten. Wir fahren am Südrand entlang und halten an jedem Aussichtspunkt - mit so verheißungsvollen Namen wie Hopi Point, Grandview Point und Desert Point. Jede Aussicht auf die Schlucht ein Ereignis! Am steinernen Watchtower verlassen wir wieder den Südrand, nicht ohne daß ich mir dort im Supermarkt noch einen original Bola Tie kaufe, den ich in der Folge fast ständig um den Hals tragen sollte. Es geht über den Hwy #89 nach Flagstaff, AZ, wo wir im "B.W. Pony Soldier" übernachten.

8. Tag: Zurück auf den Hwy #89, dann #160 und 163 ins Monument Valley - Navajo Land! John Wayne läßt grüßen. Die weltweit bekannte Kulisse drängt sich förmlich für Western auf:

Kaum haben wir am Eingang zum Monument Valley unseren Obolus an die Navajo- Kassiererin entrichtet und unseren Wagen auf dem Besucherparkplatz abgestellt, will uns einer der Indianer- Scouts eine Jeep- Rundfahrt verkaufen. Wir informieren uns im Visitor- Centre und beschließen dann, das Tal auf eigene Faust mit unserem Mietwagen zu erkunden. Gut, daß der Vermieter das nicht weiß, denn die Strapazen für Achsen und Stoßdämpfer sind nicht zu unterschätzen (Allrad empfehlenswert!). Das erfahren wir schon nach wenigen hundert Metern: erbämlich rauhe Staubstraße, roter Sand, felsige Querrillen und Bodenwellen zwingen uns auf einem Großteil der Rundstrecke zu weniger als Schrittgeschwindigkeit. Unser Dodge schlägt sich prima. Ein unvergeßliches Erlebnis, und - Befriedigung über das Individual- Erlebnis, wenn die Navajo- Scouts mal wieder mit einem offenen Pritschenwagen und einer von rotem Sand gepuderten Gruppe Japaner an uns vorbeiheizen. Mag sein, daß die Scouts denen noch ein paar Ecken mehr zeigen (Stop, alle raus, klick-klick, alle rein, weiter), wir vermissen jedoch nichts.

Dann geht es weiter nach Mexican Hat. Direkt hinter der schmalen Brücke über den Juan River machen wir Halt und lassen uns in einem kleinen örtlichen Restaurant von Indianerinnen einen hausgemachten Spezial- Burger und Softdrinks kredenzen. Lecker! Wir erholen uns von den Strapazen der abenteuerlichen Fahrt durchs Monument Valley. Dann geht es weiter zum Vierländereck, der einzigen Stelle in den USA, an der gleich 4 Bundesstaaten aneinandergrenzen: Arizona, New Mexico, Colorado und Utah. Außer dieser Tatsache gibt es hier aber nichts besonderes. Unser Tagesziel ist Cortez, CO. Stilecht übernachten wir im "Anasazi Motor Inn", einem von Indianern geführten Motel mit befriedigendem Komfort.

Für den 9. Tag haben wir den Mesa Verde National Park auf dem Programm,  bekannt für die unglaublich gut erhaltenen Felsenwohnungen (cliff dwellings) der Anasazi- Indianer. Bei der Einfahrt in den Park begegnen uns auf der Straße Oldtimer- Autos aus der Zeit von Tin Lizzy, auf dem ersten Parkplatz am Besucherzentrum eine wahre Parade dieser Schmuckstücke. Es handelt sich um ein Oldtimer- Treffen. Die Besitzer haben viel Liebe in die Restaurierung dieser voll funktionsfähigen alten Automobile gesteckt und präsentieren sie mit berechtigtem Stolz.

Im Visitor Center stehen die Besucher Schlange um sich für eine der Führungen in die Felsenwohnungen anzumelden. Wir fragen einen Parkranger, welche der Führungen besonders empfehlenswert sei, folgen dann seinem Hinweis: "You don´t need a guide! Do it by yourself! Have a look at the museum and visit Spruce Tree House, have a look at Cliff Palace and all the other places." (Zu begehen ist Cliff Palace und Balcony House aber ausschließlich mit Guide!). Wir sind außerordentlich beeindruckt von der Baukunst der Mesa Verde People (Anasazi- Pueblo- Indianer), die vor 1.000 Jahren aus unbekanntem Grund ihre kunstvoll mit Lehmziegeln unter Felsüberhängen der Canyonwände gebauten Städte verliessen. Es gibt in ganz Nordamerika kein besser erhaltenes Zeugnis indianischer Pueblo- Architektur. Um das plötzliche Verschwinden der Anasazi ranken sich übrigens abenteuerliche Legenden, bestens und unterhaltsam nachzulesen in dem spannenden Roman "Thunderhead" von Preston /Child (deutschsprachig unter diesem Titel erschienen 2001 bei Droemer).

Vom Mesa Verde N.P. fahren wir nach Durango, CO, einem netten Western- Städtchen, wo wir im "B.W. Durango Inn & Suites" (besonders empfehlenswert: die Suites) für 2 Übernachtungen einchecken. Bei meiner vorbereitenden Internet- Recherche und Lektüre div. Reiseführer war ich darauf gestoßen, daß es hier eine wunderschöne historische Eisenbahn, "The Durango- Silverton Narrow Gauge Railway", geben soll. An der Hotelrezeption macht man uns wenig Hoffnung auf Fahrkarten für den nächsten Tag. Wir fahren dennoch zur Eisenbahn- Station und - haben ein Riesenglück: Wir ergattern noch Plätze für den ersten Zug am nächsten Morgen (ca. DM 100,-- p.P.). Die Eisenbahnfahrten sind sonst schon Tage bzw. Wochen im voraus ausgebucht!

Am 10. Tag springen wir besonders früh aus den Federn: Wir müssen um 7:00 am Bahnhof sein. Es gibt nur ein kleines Frühstück: Bagels, Corn Flakes und "Kaffee" aus Plastikbechern. Die Lokomotive steht schon unter Dampf. Dann geht es los, zunächst mitten durch den noch verschlafenen Ort Durango, dann durch eine saftig grüne Tallandschaft und - mit stetiger Steigung - hinauf in die Bergwelt der Colorado Rockies. Vorbei an atemberaubenden Abgründen, durch Schluchten und über Brücken. Kurze Zwischenstopps zum Wassertanken. Einige Trekker verlassen unterwegs den Zug um die Bergwelt zu erwandern. Die Fahrt dauert 3 1/2 Stunden, dann erreicht der Zug das alte Silberminenstädtchen Silverton, dessen gut erhaltene Fassaden der Hauptstraße jedem Western als Kulisse dienen können. Wir verbringen hier die Mittagszeit, dann geht es auf gleicher Strecke mit dem "Silverton" zurück. So können die Fahrgäste die durchfahrene Berg- Landschaft noch einmal aus der umgekehrten Perspektive sehen. Die beliebtesten Wagons sind übrigens die an den Seiten offenen coach wagons (nichts für Wind- und Kälte- Empfindliche!). Es ist wirklich ein außerordentliches Erlebnis - nicht nur für Eisenbahnfans! - und sehr erholsam. Wir lassen den Tag in einem "original bayerischen Biergarten" in Durango bei einem Glas Paulaner Weizen- Bier ausklingen. Die Kellnerinnen sehen aus wie Cheerleaders in Dirndeln.

11. Tag: Es geht weiter, über Cortez und Monticello zum Canyonlands National Park, einem riesigen Areal, dessen Ostrand wir bis zum Needles Overlook mit dem Auto befahren.   An diesem einsamen Punkt wandern wir einige hundert Meter in die hügelige Fels- Landschaft hinein und verlaufen uns prompt. Orientierung verloren: leichte Panik! Nach einiger Zeit dann aber doch unseren Dodge wiedergefunden, den einzigen Wagen weit und breit. Es ist eine gottverlassene Gegend. Nach diesem Schrecken sind wir froh, "on the road again" zu sein. Wir kehren auf den Hwy #191 zurück, Richtung Moab. Auf der Strecke: "Hole´n the Rock". Hier hat sich vor einigen Jahrzehnten ein Ami im Fels verewigt indem er sich eine Felsenwohnung mit ca. 10 Zimmern (oder besser Grotten) in den Sandstein geschabt hat, und am Eingang gleich auch noch das Konterfei von Präsident Roosevelt (wenn ich das richtig erinnere) herausmodellierte - Mt. Rushmore läßt grüßen. Heute nehmen sie hier natürlich Eintrittsgeld von den Touris. Weiter geht´s zum Tagesziel Moab, UT. Wir checken ein im "B.W. Greenwell Inn". Affenhitze hier in Utah. Auf unserer Strecke haben wir schon deshalb immer Motels mit Außen- Pools gewählt. Moab, das in Reiseführern oft als "Wild-West-Städtchen" beschrieben wird, besteht eigentlich nur aus den Motels, Restaurants (Tipp: Eddie McStiff´s) und Läden (unbedingt besuchen: Hogan Trading Co. of Fine Indian Arts) entlang der Durchgangsstraße.

12. Tag Heute steht ein weiteres Highlight auf unserem Programm: Der Arches National Park. Sensationell! Hier findet man die größte Ansammlung natürlicher Felsbögen, die Wind und Wetter aus den Gesteinsschichten geformt haben: Landscape Arch, Delicate Arch (Foto), Double Arch etc., aber auch den einmaligen Balanced Rock, einen riesigen Felsbrocken, der auf einer "Fels- Nadel" steht. Man glaubt, daß er jeden Moment runterfällt.Wir fahren auf dem Scenic Drive und halten an jedem Viewpoint, erwandern die einmaligen natürlichen Sehenswürdigkeiten dieses N.P. Der Park ist ein "Muß" für jeden Besucher, wir verbringen einen ganzen Tag hier. Hier im Arches merken wir ganz schnell, warum auf vielen Schildern davor gewarnt wird, selbst vermeintlich kurze Wanderungen ohne ausreichenden Wasservorrat anzutreten. Wir haben uns auf der gesamten Strecke in den Supermärkten immer mit mehreren Plastikflaschen Mineralwasser eingedeckt. Dennoch hat es bei unseren Exkursionen Momente gegeben, in denen wir nur einen Gedanken hatten: Wasser.

13. Tag. Am nächsten Morgen geht es weiter. Wir erreichen etwa bei Green River Crossing (Brücke) den nördlichsten Punkt unserer Rundreise und fahren Richtung Hanksville, weiter zum Capitol Reef National Park, so genannt, weil einige Felsformationen an das Capitol in Washington, D.C., erinnern.  Es geht zunächst durch das oasenähnliche Tal des Fremont River, vorbei am verlassenen Mormonen- Ort Fruita. Im Capitol Reef N.P. beeindruckt uns besonders die Möglichkeit, mit dem Wagen auf rauhem Schotter in tiefe Schluchten (z.B. Capitol Gorge) hineinfahren und diese erwandern zu können. Beides erfolgt "at your own risk". Plötzliche Regenfälle können die stellenweise nur wenige Meter breite Schlucht in einen reißenden Strom verwandeln. Die Kraft des Wassers sieht man an vielen Stellen im "Grand Wash", wo ein ausgewaschenes (und ausgetrocknetes) Flußbett mehrfach die Straße quert. Also: auf Nummer sicher gehen, die Ranger nach der Wetterlage fragen! Wir fahren in die Schlucht und haben den Eindruck, daß die Felswände über uns fast zusammenfallen. Da kann einem schon etwas "mulmig" werden. Wenn dir hier ein Auto entgegenkommt, muß eines von beiden zurück. An einer Stelle stoßen wir auf den (vergitterten) Eingang zu einer verlassenen Uranmine, versehen mit der deutlichen Warnung, diese nicht zu betreten (radioactivity). Auf diese Idee wären wir auch gar nicht gekommen. Wir übernachten im "B.W. Capitol Reef Resort", kurz vor Torrey, UT, einem kleinen Kaff.

14. Tag: Heute ist Independence Day, der 4. Juli, aber keine Ufos über Utah! Ein weiterer Höhepunkt erwartet uns: Der Bryce Canyon. Schon die Straße dorthin, die Rd. #12, geht durch eine wunderschöne, teilweise bewaldete Landschaft (Dixie National Forest).  Wir legen einen Zwischenstop in Boulder ein, wo wir dem Anasazi Indian Village, einem Museum über die Bauweise und das alltägliche Leben der Anasazi, einen Besuch abstatten. Neben der Ausstellung beeindruckt besonders ein Video im Filmraum des Museums. Dann nähern wir uns dem Bryce, der eigentlich kein Canyon, sondern ein Amphitheater voller Felszinnen - oder besser: Hoodoos - ist, die (mit einiger Phantasie) wie versteinerte Menschen und Tiere aussehen. So lautet auch der Mythos über die Entstehung des Bryce: Danach hatte der Gott Coyote diesen Ort als Wohnstatt für sein Volk auserwählt. Das war aber mit der Landschaft nicht zufrieden, was Coyote sehr erzürnte. Er schüttete in seiner Wut Farbtöpfe über seinem Volk aus und verwandelte es in Stein. So ist es heute noch zu besichtigen... Wir sind überwältigt von der zauberhaften Märchenlandschaft, die vom Rand des Amphitheaters zu sehen, besser aber zu erwandern ist.
Wir übernachten im "B.W. Ruby´s Inn" (der Ort heißt wohl auch Ruby´s Inn, UT), ein Riesen- Motelkomplex, der von deutschen Reiseveranstalter als "Wochen im voraus ausgebucht" bezeichnet wird. Unsere Erfahrungen haben aber gezeigt, daß es nirgendwo auf unserer Reise ein Problem war, ein adäquates Hotel-/Motel- Zimmer zu bekommen. Also: bucht nicht im voraus, bewahrt Euch Unabhängigkeit! Zudem sind die Motels vor Ort keineswegs teurer als bei Vorausbuchung. Wir haben im Durchschnitt ca. $ 60- 70 für die Übernachtung gezahlt (es geht auch preiswerter). Die Gäste vor den Restaurants des Ruby´s Inn stehen am Abend wieder mal Schlange, wir fahren daher nach Tropic und essen gut und preiswert im Hungry Coyote. (Coyote spricht sich übrigens <kai-o-tih>, hier in der Bryce- Gegend empfängt man auch das lokale Radio Cayote).

Der 15. Tag beginnt mit der Umsetzung eines "Geheim- Tipps" aus einem Reiseführer. Wir fahren die ca. 60 km lange Schotter- Strecke von Cannonville durch den Kodachrome Basin State Park zur Rd. #89, eine herrliche Canyon- und Felswildnis. Auf dem letzten Abschnitt sieht es aus wie auf dem Mond. Die Straße ist für nicht Allrad-getriebene Fahrzeuge nur in pulvertrockenem Zustand befahrbar, und selbst dann stellenweise nur im Schritt-Tempo, Querrillen fast auf dem ganzen Abschnitt! Unser Dodge besteht seine nächste Bewährungsprobe (die Amis können wohl doch gute Autos bauen). Wir brauchen für die Strecke gut 2 Stunden, uns begegnen vielleicht 4 oder 5 Fahrzeuge.

Das Highlight dieses Tages ist aber der Zion National Park
Auf rot geteerter Straße geht es vom Ost- Eingang durch enge Tunnel und über Serpentinen hinunter in die Schluchtenwelt des Zion. Vor uns ein Paar auf einer Honda Goldwing - herrliche Motorradstrecke! Wir fahren den Scenic Drive in das immer enger werdende, üppig grüne Tal des Virgin River. Gewaltige Felswände links und rechts neben uns. Wir wollen den Narrows Trail hineinwandern, heute ist aber hier ein solcher Besucheransturm, daß wir trotz längerem Suchen keinen Parkplatz finden. Schade. Ab 2000 wird die Zufahrt zum Narrows Trail gesperrt und ein Shuttle- Service eingerichtet. Die schmale kleine Straße entlang des Virgin ist mit dem derzeitigen Individual- Verkehr völlig überfordert. Also fahren wir in das nahe Springdale, UT, wo wir im "B.W. Zion Park Inn" einchecken. Relaxen am Pool ist angesagt.

16.Tag Wir nähern uns dem Ende unserer Reise. Es geht vorbei am Lake Mead zum riesigen Hoover Dam, mit dem der Colorado River vor den Toren Las Vegas´ zurückgestaut ist. Von hier wird die Spielerstadt mit Wasser und Strom versorgt. Wir parken unseren Wagen und gehen über die Staumauer. Es ist unerträglich heiß, ca. 43 ° C. Also direkt weiter nach Las Vegas, NV. Hier ist es genauso heiß. Wir fahren den Strip runter und versuchen, im Mirage ein Zimmer zu bekommen. Kaum haben wir vor dem Haupteingang angehalten, wird uns der Dodge auch schon von einem der Boys abgenommen (Trinkgeld) und in die Tiefgarage gefahren - Gegenwehr zwecklos! Aber wir haben Pech: das Mirage ist ausgebucht. Also mit dem erhaltenen Coupon den Wagen wieder vorfahren lassen (wieder Trinkgeld) und weitersuchen. Am südlichen Ende des Strip finden wir eine offizielle Zimmervermittlung für alle Hotels und Hotel- Casinos. Auch für die Shows kann man hier Karten kaufen. Alles ohne Aufpreis. 

Wir buchen ein Zimmer im Märchenschloß des "Excalibur" (Disney- like). Die Preise hängen sehr stark vom Wochentag der Übernachtung ab. Wir haben Glück, es ist Dienstag, wir zahlen $ 56 (am Wochenende mind. das doppelte!). Nach dem Einchecken (dauert fast 2 Std. wg. Computerausfall an der Rezeption) beschließen wir, den Nachmittag zum Einkaufen zu nutzen. Wir fahren am Airport vorbei zur Belz Factory Outlet Mall. In diesem Einkaufszentrum kann man Markenartikel zu günstigen Preisen kaufen. Nach ausgiebigem Shopping gehts zurück ins Excalibur. Wir schauen uns im riesigen Casino- Komplex um. Fanatische Spieler sitzen hier wirklich rund um die Uhr an den Spieltischen und vor den Automaten. Wir spielen nicht, lassen uns aber von der Atmosphäre berauschen. Live- Bands spielen zur Unterhaltung. Im Hotel gibt es mehrere Restaurants. Wir wählen zum Abendessen das italienische Restaurant.

Dann gehts los zu einem "walk along the strip". Direkt neben dem Excalibur liegt die Laser- umwaberte Pyramide des Luxor, gegenüber das von einer Achterbahn umfahrene New York, New York und das MGM mit seinem Löwengehege im Casino. Wir schlendern durch die Casino- Bereiche und sind schier überwältigt. Jedes Hotel versucht, seine Konkurrenten mit Sensationen zu übertreffen. Eine solche Häufung von Amüsements wie in Las Vegas haben wir noch nirgends gesehen. Wir gehen den Strip entlang, vorbei am Harley Davidson Cafe, beobachten die Wasserspiele des Bellagio, ergötzen uns an den römischen Kulissen des Caesar´s Palace, dem Prunk des Mirage (Siegfried und Roy), bestaunen die unmittelbar vor der Eröffnung stehenden neuen Hotels Paris und The Venice, die Lichtspiele des Bally´s, erreichen schließlich das Treasure Island mit seiner "Seeschlacht" mitten in der Wüste. Es ist mittlerweile 2 Uhr (a.m.), wir nehmen ein Taxi zurück zum Excalibur. Der  Fahrer erzählt uns, daß ein neuer Hotelbau in Planung sei mit dem Namen "Titanic". Wahrscheinlich versinkt dann jeden Abend das ganze Hotel im Wüstensand. Verrückte Welt! Sowas gibt es eben nur in Las Vegas. Ich nehme noch einen Absacker im Casino. Las Vegas ist - auch ohne Zocken - mehrere Tage wert! Ich will den Strip auf jeden Fall wiedersehen.

17. Tag Frühstück am Buffet des Excalibur. Dann heißt es Abschied nehmen (mit Wehmut). Wir verlassen die Spielerstadt Richtung L.A., machen Halt bei auf der Strecke liegenden weiteren Malls. Unterwegs erwischt uns auf dem Highway ein plötzlicher Platzregen. Fast nichts mehr zu sehen. Schrittgeschwindigkeit. Zurück in Deutschland hören wir, daß an diesem Tag Las Vegas "untergegangen" ist: Autos sollen durch die Stadt geschwommen sein... Der Regen dauert vielleicht 10 min., dann fahren wir auf staubtrockener Straße am Death Valley vorbei zu unserem letzten Ziel, Los Angeles, CA, der "Stadt der Engel". Wir haben unser Hotel von Deutschland aus vorgebucht, das "Furama Hotel" in der Nähe des Flughafens. Die Highways in L.A. sind teilweise 12- spurig. Wir finden unser Hotel in diesem Moloch von Stadt dennoch ohne große Umwege, essen um die Ecke ein Steak. Das Hotel ist nicht der Hit, hier steigen aber viele Flugzeug- Crews ab. Heute geht es etwas früher zu Bett. Wir haben Schlaf nachzuholen. Die Nacht in Vegas war doch sehr kurz. In der Hotelbar mache ich noch Bekanntschaft mit einer sympathischen Gruppe Holländer, die mit gemieteten Motorrädern den Westen der USA durchquert haben.

Heute ist der 18. und letzte Tag unserer Reise. Unser Flug geht um 19:10 Uhr.  Zeit genug also um wenigstens ein wenig von L.A. zu sehen. Wir fahren nach Beverly Hills, vorbei an den Villen der Reichen und Schönen, durch Palmen- gesäumte Straßen. Hier kann man Straßenpläne kaufen, auf denen die Namen der Anwohner verzeichnet sind. Aber was haben wir davon, zu wissen, gerade an dem Grundstück von Clint Eastwood u.a. vorbeizufahren. Zudem kann man eh nicht viel sehen. Die Häuser sind mit Hecken und Mauern der Schaulust der Touristen entzogen. Können wir aus Sicht der Prommis gut verstehen. Wir fahren zum Hollywood Boulevard und parken unseren Wagen in einer Seitenstraße. Einmal über den "walk of fame" laufen, die Namen der Stars und Starlets auf den eingelassenen Sternen lesen, die meisten Namen kennen wir gar nicht. Wir haben uns (wieder mal) etwas anderes vorgestellt von dieser Straße, mehr Glamour. Was wir sehen, ist eher eine Ansammlung von Billig- Shops, Absteigen und "B- Entertainment". Na ja, wir waren jedenfalls da, haben auch den legendären "Hollywood"- Schriftzug auf den Hügeln gesehen..

Vor dem Flug noch was essen: Wir fahren zur Marina Del Rey, finden hier ein uriges Restaurant im Karibik- Seeräuber- Stil (sehr empfehlenswert). Ich esse einen phantastischen Lachs- Burger mit Salat.
Dann geht es zum Flughafen - äußerst kompliziert, die Rücknahme- Station unseres Autovermieters Dollar zu finden. Nach einigem Suchen schaffen wir es "just in time" unseren Rückflug zu erreichen. Bye bye, America! Wir kommen wieder! Wir haben in den 2 1/2 Wochen sehr viel gesehen, wären an manchem Ort gern länger verweilt. Unser Urlaub im Westen der USA führte uns - ohne Streß! - über mehr als 5.000 km durch 6 Staaten und hinterließ eine Unmenge an Eindrücken, die uns lange in Erinnerung bleiben werden.

Reiseführer- Tipp:
     - "Durch den Westen der USA" von Hans-R. Grundmann aus der Reihe Reise Know-How   !!!
     - "USA / WESTEN" von Ulrich Quack, Iwanowski- Reisebuchverlag
     - Tourbooks des AAA (nur für Auswahl von Hotels/Motels empfehlenswert), ferner AAA- Karten