"Indochine" nannten die Franzosen ihre Kolonien Vietnam, Laos und Kambodscha, die sie fast einhundert Jahre besetzt hielten. Erst auf der Genfer Konferenz 1954 wurde deren Souveränität anerkannt. Die drei Länder sind das Ziel meiner Asienreise im Spätherbst 2008. Wieder einmal bin ich durch einen sehr atmosphärischen Spielfilm zu einer Reise inspiriert worden: "Indochine" mit der grandiosen Catherine Deneuve in der Hauptrolle. "Der Duft der grünen Papaya" des vietnamesischen Regisseurs Tran Anh Hung hat mich zusätzlich betört...

Das Gebiet der heutigen Staaten wurde durch Hinduismus und Buddhismus geprägt, Religionen, auf deren Hintergrund die gewaltigen Kulturmonumente der Cham in Vietnam, der Khmer in Kambodscha und die der vielen Ethnien der Laoten entstanden sind. Der Begriff "Indochina" ist über 200 Jahren alt. Er kennzeichnet den jahrhundertelangen, prägenden kulturellen Einfluss Indiens und Chinas auf die Völker und Länder des kontinentalen Südostasiens. Wer jedoch meint, diese Länder seien eine politische und kulturelle Einheit, liegt falsch. Vietnam ist stark durch chinesisch- konfuzianische Traditionen bestimmt, während Kambodscha und Laos eher "indisiert" sind. Die Franzosen haben die drei Länder damals folgendermaßen charakterisiert: Die Vietnamesen bauen den Reis an, die Khmer beobachten, wie der Reis wächst, die Laoten hören zu, wie der Reis wächst.

Alle Warnungen über tropische Temperaturen, Malaria, Dengue- Fieber und Vogelgrippe habe ich in den Wind geschlagen. Ich war noch niemals in Südostasien und will die Region jetzt endlich kennenlernen.

Irgendwie ist insbesondere Vietnam ein wichtiger Ort der politischen Empörung aus meiner Jugend geblieben. Damit stehe ich nicht allein. Der Vietnamkrieg - Ho, Ho, Ho Chi Minh - Agent Orange - das nackte Mädchen, das mit anderen Dorfbewohnern vor den Napalmbomben der Amerikaner flieht - all das sind Bilder, die mir durch den Kopf gehen. Wie sieht das Land heute aus? Immer noch so, wie es Peter Scholl- Latour in seiner exzellenten Reportage "Der Tod im Reisfeld" beschrieb?

Aber da sind auch die vielen schönen Reiseberichte, z.B. über die märchenhafte Halong- Bucht. Meine Begeisterung für die asiatische Küche kommt dazu. Alles in allem ein wahnsinniges Kaleidoskop aus Klischees, Bildern und Erwartungen - so eine Art "Lucy in the Sky with Diamonds".

Alles Roger in Kambodscha, volles Chaos in Laos? Okay, ready when you are, dann bringe ich mal etwas Ordnung in dieses Durcheinander:

Ich habe eine organisierte Indochina- Rundreise bei Ikarus- Tours gebucht, einem Veranstalter, mit dem ich bisher keinerlei Erfahrung gemacht habe. Der Veranstalter gibt seinen Reisekunden einen Ratschlag des Dichters Friedrich Rückert mit auf den Weg: "Bist du in fremden Landen, sollst du dich bequemen der Landessitte – doch brauchst du sie nicht annehmen“.

15.11.08, Samstag

Die letzten Tage vor dem Abflug sind sehr lang geworden. Am frühen Samstagnachmittag hebt die Boeing 777 der Vietnam Airlines endlich in Frankfurt ab. Für den Langstreckenflug habe ich mir erstmals privat den Luxus gegönnt, in der Business Class einer Airline zu fliegen. Entspannt hinfliegen - entspannt zurückkommen. La vie est dure sans confiture!

Der Zielflughafen ist Ho Chi Minh- City, das frühere Saigon, Startpunkt der Rundreise durch Indochina. Diese Stadt trägt übrigens als einzige Großstadt der Welt den Namen eines Kochs. Ja, richtig gelesen - Ho Chi Minh war eine Zeit lang in Paris als Koch tätig bevor er sich entschloss, sein Land vom Kapitalismus zu befreien und mit den Segnungen des Sozialismus zu konfrontieren. Doch selbst Funktionäre nennen diese Stadt heute wieder Saigon. Das ist kürzer und einfacher auszusprechen, weshalb auch ich bei diesem Namen bleibe.

16.11.08, Sonntag

Es ist 8:00 Ortszeit, Ankunft in Saigon, bei 6 Std. Zeitverschiebung, also nach ca 11 Stunden und fast 10.000 Flugkilometern - in Deutschland ist es gerade kurz nach Mitternacht. Das Einreise- Visum hat der Veranstalter schon vor Wochen besorgt, dazu mußte der Pass zur vietnamesischen Botschaft geschickt werden. Unser Reiseleiter während der nächsten 3 Wochen ist Didi Hofstra, ein wirklicher Experte für den südostasiatischen Raum. Er wird uns mit zahlreichen Features aus seinen mitgebrachten Fachartikelsammlungen beglücken und für unsere Fragen jederzeit zur Verfügung stehen. Neben ihm werden wir an jedem Ort einen mehr oder weniger gut Deutsch sprechenden örtlichen Reiseleiter haben. Die meisten von ihnen haben ihre Deutschkenntnisse während eines Studiums in der DDR erworben.

Vietnam, das Land der Morgenröte, ist eine sozialistische Volksrepublik, aber die Politik des "Doi Moi", der Erneuerung, hat wie in China unter Deng Xiao Ping seit Ende der 80er die Kehrtwende von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft mehr oder weniger erfolgreich vollzogen. "Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wer keine Arbeit hat, hat kein Geld!", sagt Herr Dao, unser local guide für den Süden. Vietnams Regierung bezeichnet das System als „sozialistische Marktwirtschaft". Das Land mit seinen 82 Millionen Einwohnern und einem gegenwärtigen Pro-Kopf-Einkommen von etwa 600 US-Dollar jährlich hat sich zu einem kleinen Tigerstaat gemausert. Überdimensionale Neontafeln künden von westlichen Markenprodukten, die hier feilgeboten werden. Die großen Couturiers haben bereits Ihre Edelboutiquen und die internationalen Hotels ihre Luxusherbergen in Saigon und Hanoi eröffnet und auch die ersten Filialen amerikanischer Fast Food- Ketten sind zu sehen. Doch Vietnam befindet sich aktuell auf dem Sturzflug in eine Rezession, direkte Folge der internationalen Finanzkrise und des Nachfragerückgangs in den USA, dem Hauptabnehmer der Exportprodukte.

Das übliche Straßenbild Saigons ist geprägt von zahllosen Läden und Werkstätten im Erdgeschoß der Häuser. Die Gebäude haben eine sehr schmale Straßenfront und sind stattdessen tief nach hinten gebaut. Das hängt mit den hohen Grundstückspreisen am Straßenrand zusammen. Die etwas besser verdienenden Stadtbewohner leben in den oberen Etagen, die ärmeren unten. Letztere sind damit dem Staub und Lärm unmittelbar ausgesetzt. Denn sauber und ruhig geht es in dieser Stadt nicht zu.

Die letzte Olympiade liegt gerade mal drei Monate zurück, ich habe noch die Dunstglocke über Peking vor dem (TV-) Auge. Ein ähnliches Bild bietet sich mir nun in Saigon. Die Auspuffgase von mind. 1 Mio. Mopeds sorgen für eine unglaublich verpestete Luft in den Straßen. Der Mundschutz, den hier viele tragen, hilft da nicht sonderlich. Auch die Temperatur von 30° C und dazu 90% Luftfeuchtigkeit sind keine wirklich erfrischende Kombination! Der Verkehr funktioniert wie ein Autoscooter. Es gibt nur eine Regel: Niemals bremsen!

Das kann ja heiter werden. Saigon - das bedeutet ein Leben mit Erstickungsanfällen in der Sauna inmitten einer Moped- Armada und ungezählten Nudelsuppen- Ständen. Irgendwo habe ich gelesen, dass Saigon auch "Honda- City" genannt wird - c' est ca exactement! Die 6- Millionen- Metropole hat keine Zeit, sie gönnt sich niemals Ruhe und pulsiert rund um die Uhr.

Es ist noch früh am Morgen und die Zimmer in unserem Stadthotel sind noch nicht bezugsfertig. Also fangen wir mit dem vorgesehenen Programm an und besuchen als erstes die Thien Hau Pagode in Cho Lon, dem Chinesenviertel. Diese Pagode, die älteste und wichtigste in Saigon, dient sowohl der Anbetung Buddhas als auch der Anbetung der chinesischen Gottheit Thien Hau Thanh Mau, der Göttin des Meeres und Beschützerin der Seefahrer. Glimmende Räucherspiralen und Räucherkerzen verströmen einen geradezu betäubenden Geruch. Der Rauch übermittelt Botschaften der Gläubigen an die Götter und die verstorbenen Ahnen. Nach dem Besuch der Pagode duftet man selbst wie ein Räucherstäbchen......

Der anschließende Gang über den Binh Tay- Markt holt uns wieder auf den Boden des weltlichen Lebens zurück. Kitschig bunte Plastikartikel aller Art und Billigtextilien, alles vermutlich "Made in China", werden hier angeboten. Diesem Sortiment kann ich keinen besonderen Reiz abgewinnen, ganz im Gegensatz zum großen Angebot an Obst, Gemüse, Gewürzen, Fleisch, Fisch und Süßigkeiten. Das macht richtig Appetit.

Herr Dao schlägt als Mittagsimbiss eine typisch vietnamesische Nudelsuppe, genannt "Pho" vor und lotst uns in die bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebte dreistöckige Suppenküche "Pho 2000". Der Laden ist von seiner Enge und dem spartanischen Inventar mit Plastikstühlen und blanken, speckigen Tischen erst einmal gewöhnungsbedürftig. Eine beef noodle soup kostet hier 31.000 Dong, das sind ca. 1,50 EUR. Dafür bekommt man eine große Schale Suppe mit Reisnudeln auf Spagetti- Länge und ein paar Scheibchen Rindfleisch nebst Stäbchen und asiatischem Suppenlöffel. Ergänzend werden auf den Tisch gestellt: frische Minzblätter, geschnittene Chillies, Mini-Limetten und Mungobohnensprossen, ferner Soya-, Fisch- und Chillisauce zum Nachwürzen. Das schmeckt und sättigt. Man mag es kaum glauben, aber die Pho basiert auf einer klassischen Kraftbrühe und ist damit ein Relikt der französischen Besatzer. "Pho" wird phonetisch "Ffa" ausgesprochen, mit einem kurzen A, wie in Na (bitte). Übrigens soll in dem Laden hier auch schon Bill Clinton eine Nudelsuppe geschlürft haben. Mir ist das aber völlig egal, da könnte auch der Dalai Lama vorher auf dem gleichen Plastikstuhl wie ich jetzt gesessen haben...

Nach der Suppe geht es erst einmal in unser Hotel zum Einchecken. Das Palace Hotel liegt sehr verkehrsgünstig mitten im Stadtzentrum. Unser Reiseleiter Didi Hofstra verteilt die Zimmer- und die sind okay. Didi wird sich im Verlauf der Reise durch seine "asiatische Gelassenheit" und seinen feinsinnigen Humor auszeichnen. Zudem gelingt es ihm immer wieder, einen Ausgleich zwischen dem Yin und Yang, dem Zuviel und Zuwenig zu finden. Das weiß nicht jeder zu schätzen, ist aber der Harmonie in der Reisegruppe sehr förderlich.

Nach einer kurzen Pause besuchen wir den Thong- Nhat- Palast, Palast der Einheit oder auch Wiedervereinigungspalast. Zu sehen gibt es hier außer dem Sitzungssaal und der Versammlungshalle nicht viel. 1975 endete hier der Vietnamkrieg als die Panzer der Nordvietnamesen den damaligen Präsidentensitz der Republik Vietnam erreichten und die Kommunisten die Macht übernahmen.

Mir gehen Bilder und Geräusche durch den Kopf: amerikanische Soldaten und Zivilisten, die fluchtartig die Stadt über den einzigen noch offenen Flughafen verlassen, das Rotorengeräusch der Huey- Kampfhubschrauber, die Menschen von den Dächern der Stadt abholen, MG- Salven, Panik, Chaos... Das alles ist jetzt über 30 Jahre her, aber der Vietnamkrieg ist mir immer noch gegenwärtig. Filme wie "Apokalypse Now", "Full Metal Jacket" oder "Platoon" haben den Schrecken wachgehalten. Unter den Langzeitfolgen des hochgiftigen Pflanzenvernichtungsmittels Agent Orange, des Seveso- Giftes Dioxin, leiden noch heute viele Erwachsene und noch heute werden als Folge des Gifteinsatzes entsetzlich mißgebildete Kinder geboren.

Aber da gibt es auch das berühmte "Goooood Mooorning Vietnam ! " von AFRS- Moderator Adrian Cronauer mit seiner Radio Show, im gleichnamigen Film gespielt von dem genialen Robin Williams. Die Botschaft dieses Films könnte auch für die Aufbruchsstimmung im heutigen Vietnam stehen. Denn der Krieg, der von den Vietnamesen der „Amerikanische Krieg” genannt wird und der für so lange Zeit ein Synonym für Vietnam zu sein schien, ist im Alltag - abgesehen von den bis heute davon Betroffenen - nur noch Geschichte.

Vom Wiedervereinigungspalast erreichen wir zu Fuß die Kathedrale Notre Dame, die mit roten Backsteinen Ende des 19. Jhrhdt. von den Franzosen erbaut wurde. Auch das Opernhaus, das alte Rathaus, die Hauptpost und viele Villen sind Beispiele französischer Kolonialarchitektur. Der kann ich nicht viel abgewinnen, denn sie steht für die Unterdrückung der Kolonien im 19. Jahrhundert. Zur Zeit der französischen Kolonialbesatzung bestand das heutige Staatsgebiet übrigens aus den "Protektoraten" der Königreiche Tonkin, Annam und Kotschinchina. Vor der Post bitten mich drei junge Vietnamesinnen um ein Foto mit mir. Auslöser dieser Bitte ist wohl der Panamahut, den ich gegen die sengende Sonne trage und der die Mädchen vielleicht an Kino- Bilder aus der Kolonialzeit erinnert. Ich fühle mich geschmeichelt und stehe gern als Motiv für ein kleines Gruppenfoto zur Verfügung.

Auch wenn die beiden Hotels Continental und Rex im gleichen Stil erbaut wurden, haben diese Gebäude doch einen unterschiedlichen Charme. Ich stelle mir vor, wie Somerset Maugham hier gewohnt hat und Graham Greene hier seinen Roman "Der stille Amerikaner" schrieb. In der Bar des Rex Hotels nehme ich einen Drink und bewundere die anmutigen vietnamesischen Frauen in ihren langen, an den Seiten geschlitzten Ao Dais. Es ist inzwischen dunkel geworden.

Heute Abend gibt es ein Dinner in dem vietnamesischen Spezialitäten- Lokal Chateau. Das Menü besteht aus frittierten Garnelen, Frühlingsrollen, Gemüsesuppe in der Kokosnuss, gebratenem Fisch und Schweinefleisch, Wasserspinat, Reis, Obstsalat in einer Ananashälfte und zum Abschluß vietnamesischem Tee oder Kaffee. Alles hübsch angerichtet, sehr lecker und bekömmlich. Einige von uns haben noch Gewöhnungsschwierigkeiten mit den Eßstäbchen. Das wird sich spätestens in Laos und Kambodscha legen, denn dort isst man wie in Thailand mit Gabel und Löffel. Aber auch in Vietnam bekommt der Gast in den Restaurants auf Nachfrage überall das gewohnte Eßbesteck.

Bei dieser Gelegenheit erfahre ich, dass Vietnam nach Brasilien der zweitgrößte Kaffee- Exporteur der Welt ist. Hochwertige Arabica- Sorten sind aber eher die Seltenheit. Die Vietnamesen selbst konsumieren überwiegend Tee statt Kaffee.

Über unser Hotel hatte ich im Internet nichts gutes gelesen. Bis mindestens zum 10. Stock sei die Disco in der 1. Etage zu hören, weshalb ich mir schon mal in Germanien Oropax besorgt habe. Aber wie so oft stellen sich die "Tipps" als falsch heraus. Es gibt überhaupt keine Disco hier. Und ich schlafe hervorragend.

17.11.08, Montag

Die Nacht war kurz. Um 8:00 holt uns der Bus zu einem ganztägigen Ausflug ins Mekong- Delta ab. Auf dem Weg dorthin machen wir in Long An einen Stopp am Loi Am Lo Dai, einem Tempel der bizarren Cao Dai- Religion, die noch keine 100 Jahre alt ist und deren Inhalte aus einer bunten Mischung aller Weltreligionen, Mythen, Okkultismus, Weltliteratur und Politik bestehen. Der Caodaismus versteht sich als dritte und letzte religionsgeschichtliche Epoche oder "Amnestie Gottes", nach den ersten beiden östlichen durch Buddha und Laotse und den zwei westlichen mit Moses und Christus. Die Tempel selbst sind opulent und kitschig bunt ausgestattet, Hauptsymbol des Glaubens ist das "heilige Auge". Die Caodaisten unterhielten zeitweise sogar eine Privatarmee, die in wechselnden Allianzen agierte. Mit bis zu 4 Mio. Anhängern hatte die Cao Dai eine bemerkenswerte Machtstellung, heute sollen es allerdings nur noch halb soviele Mitglieder sein.

Vor dem Tempel werden an der Straße schon am Vormittag äußerst schmackhaft aussehende gebratene Enten angeboten. Die Versuchung ist groß.

Weiter gehts entlang endloser Reisfeldern nach My Tho, wo wir am Le- Loi- Boulevard eines der vielen Touristenboote besteigen, das uns hinaus ins Mekongdelta bringt. Song Cee Long, Fluß der neun Drachen, nennen die Vietnamesen den Mekong wegen seiner Vielzahl von Armen und Nebenarmen. Unser Boot tuckert den Hauptfluss hoch, biegt dann in die Seitenarme und kleinen schilfbewachsene Kanäle ab, an deren Ufer die Menschen Fischreusen aufgestellt haben.

Die Bootscrew serviert uns allen eine aufgeschlagene Kokosnuss. Das Kokosnuss- Wasser kann mit einem Strohhalm genossen werden. Es soll völlig steril sein, hat einen süßlichen Geschmack und ist kalorienarm und voller Nährstoffe.

An dieser Stelle möchte ich mal etwas zum Thema Malaria anmerken: Manche Medien und Info-Dienste malen aus Gründen reiner Rückversicherung immer gleich den Teufel an die Wand und empfehlen die volle Chemie- Keule, also Prophylaxe. Die Gefährdung sei gerade im Gebiet Saigon und dem Mekongdelta sehr hoch, liest und hört man. Würde man diesen Warnungen folgen, müßte man in Saigon die "Stadt der lebenden Leichen" antreffen. Stattdessen pulsiert hier das Leben. Ich habe von meinem Hausarzt Malarone verschrieben bekommen und mir das Medikament besorgt. Jedoch habe ich mich last minute für die Stand By- Variante entschieden. Diese Entscheidung war goldrichtig. Ich bin weder infiziert, noch überhaupt gestochen worden. Jetzt habe ich allerdings 3 Packungen Malarone a 12 Tabletten herumliegen und weiß nicht, wohin damit.

Das Boot legt an der Mekonginsel Thoi Sun an. Hier wartet auf unsere Gruppe eine Art Kombination aus Butterfahrt und Erlebniswelt- Ausflug. Nach einem kurzen Spaziergang entlang von Bananenpflanzen und Palmen und vorbei an zig Bienenkörben erreichen wir einen Bienen- Informationsstand mit Honigprodukteverkauf. "Sie müssen nicht kaufen, aber Sie können" meint Herr Dao. Nach der Produktbesichtigung gibt es eine Auswahl an Obst als kleinen Imbiss. Sie besteht aus Ananas (Tipp: mal mit Würzsalz probieren!), Pomelo, Jackfruit (sehr leckere Fruchtsegmente!), Melone und Longan. Mit nicht gerade vertrauenserweckenden, einachsigen Pferdekutschen geht es einige hundert Meter weiter.

Eine ausgewachsene Python ist hier die Hauptattraktion. Man kann sie sich um den Hals legen und sich damit fotografieren lassen kann. Von diesem verlockenden Angebot machen nur sehr wenige Gebrauch. Ich probiere es aus. Das Tier hat ein ordentliches Gewicht. Als die Riesen- Würgeschlange beginnt, sich um meinen Nacken etwas zusammenzuziehen, übergebe ich sie lieber zügig dem Schlangenwärter. Auf dieses Erlebnis und einen Tee mit Honig folgt eine Fahrt in kleinen schmalen Fischerkähnen, die gestakt werden. In den Kähnen können neben dem Bootsführer, einem Kind, noch drei Personen hintereinander sitzen. Eine ganz schön wacklige Angelegenheit! Die kleinen Boote bringen uns durch schmale Kanäle wieder zurück zu unserer Barkasse, die uns weiterschippert zu einer Kokosnuss- Küche. Hier wird Kokosmasse mit Zuckerwasser eingekocht bis eine klebrige süße Masse übrigbleibt, die man in Tafeln ausgießt, erstarren läßt und anschließend in kleine Stücke schneidet. Die so produzierten Bonbons werden dann einzeln in Papier eingewickelt und verpackt verkauft. Wir dürfen die Köstlichkeit probieren. Sie schmeckt ähnlich wie die Karamellbonbons, die schon der "kleine Michael so gerne genascht hat".

An diesem Ort kann auch Reisschnaps verkostet werden, der in einer Sonderedition als "Schlangenschnaps" verkauft wird. In jeder Flasche befindet sich eine kleine Kobra, teilweise auch ein Skorpion, oder sogar beides. Die Tiere werden im Alkohol ertränkt und geben im Todeskampf ein Sekret ab, das den besonderen Geschmack ausmachen soll, Das habe ich aber nicht probiert. Es gibt hier in der Nähe eine Schlangenfarm, wo die Tiere gezüchtet werden. Aus dem Gift werden Seren extrahiert, das Fleisch der ausgewachsenen Schlangen wird als Delikatesse verkauft, die Haut zu Lederwaren weiterverarbeitet.

Ein bemerkenswertes Essen wird uns etwas weiter flußabwärts serviert. Es gibt gegrillten Elefantenohr- Fisch, der vor unseren Augen von jungen Frauen zu vietnamesischen Glücksrollen verarbeitet wird. Dazu wird Reispapier kurz in Wasser eingeweicht und mit Fischstücken, Minzblättern, Glasnudeln und Reis zu kleinen Röllchen gewickelt. Diese werden dann in eine Mischung aus Fischsauce, Limettensaft und Chillis getunkt und gegessen. Ich habe bisher und auch in der Folge nicht so köstliche Glücksrollen gegessen wie an diesem abgelegenen Ort in Südostasien.

Die vietnamesische Fischsauce heißt Nuoc Mam und ist eine Würzsauce aus fermentiertem Fisch, eine berühmte fernöstliche Köstlichkeit.

Auf dem Mekong geht es bei angenehmem Fahrtwind zurück nach My Tho. Wir besuchen das buddhistische Kloster Vienh Thrang. Die Pagode enthält eine Vielzahl von Buddha und Bodhisattva- Figuren. Eine überdimensinale Buddha- Statue thront auf einer stilisierten Lotosblüte vor dem Tempel. In Vietnam haben die Buddha- Statuen eine Frisur, die mich an Atze Schröders Minipli erinnert. Sorry, das soll nicht blasphemisch sein. Tatsächlich bedeuten die gekräuselten Haare der Statuen "Ewigkeit" und die Spitze auf dem Buddhakopf "die Flamme der Erleuchtung". Das wäre dann doch zuviel der Ehre für Atze Schröder.

1 1/2 Stunden entfernt von hier liegen die Cu Chi Tunnel. In den 60er Jahren wurden diese legendär, weil sie dem Vietcong ermöglichten, ein grosses ländliches Gebiet vor den Toren Saigons zu kontrollieren. 250 km Tunnel nur in diesem Gebiet und die Amerikaner sind fast verzweifelt, weil sie die Vietcong nicht finden konnten. Ich hätte diesen Ort gern besucht, aber das Veranstalter- Programm hat es nicht zugelassen.

Zurück in Saigon landen wir mitten in der abendlichen Rushhour. Eine Millionenheer von Mopedfahrern bestimmt das Straßenbild - Mopeds, Mopeds, Mopeds wohin man auch sieht. Die fahren in 12er Reihen kreuz und quer, dazu kommen unbeleuchtete Fahrräder, Geländewagen und Limousinen sowie Lkws und Busse und fertig ist das totale Chaos - das erstaunlich gut funktioniert. Unglaublich! Aber mit zunehmender Zahl von Pkws und Lkws wird man sich etwas einfallen müssen. Vietnams Strassen kennen nur Kreuzungen, keine Unter- und Überführungen. Das geht auf Dauer nicht gut.

Wir besuchen eine Lackwaren- Manufaktur. Der zunächst braune, dann schwarze Lack wird aus dem Harz des Son- Baums gewonnen und mindestens 12 mal auf das Objekt aufgetragen. Früher wurden bis zu 200 Schichten aufgetragen und immer wieder von Hand poliert. Das hat oftmals jahrelang gedauert - soviel Zeit hat man heute nicht mehr. Nach dem Lackieren erfolgt die Bemalung oder das Einritzen der Muster für die Intarsien aus Muscheln oder Eierschalen. Kunstvolle Lackarbeiten aller Art werden im angeschlossenen Shop zum Kauf angeboten. Für den europäischen Geschmack sind manche davon einfach nur Kitsch, aber Asiaten lieben es bunt und grell. Ich bin auf der Suche nach einer Dose mit ganz speziellen Abmessungen. Genau diese finde ich natürlich nicht - auch nicht an anderer Stelle im weiteren Verlauf der Reise. Wirklich schade!

Am Abend gibt es wieder ein vietnamesisches Menue: Diesmal mit Krabbensuppe, frittierten Frühlingsrollen, einem Meeresfrüchtesalat und Hühnchenfleisch mit knackigem Gemüse und Reis. Als alle ihre bestellten Getränke zum Essen erhalten haben, kann ich mit dem Ausruf "mot - hai - ba - yo !" (1,2,3-Prost!) für Erstaunen bei Bedienungspersonal und Mitreisenden sorgen. Diesen Trinkspruch hat mir ein Geschäftsfreund mit auf die Reise gegeben. Der riet mir auch, mal die Reaktion der weiblichen Bedienungen auf den Zuruf "You are very handsome!" zu testen. Das ist ja nichts anzügliches, heißt soviel wie "sehr gut aussehend, attraktiv", aber die jungen Frauen reagieren meist mit einem verschämten Kichern. Ich vermute, da gibt es im Vietnamesischen eine andere Bedeutung eines Wortes mit ähnlicher Phonetik? Ich habs nicht rausbekommen.

18.11.08, Dienstag

Um 6:00 Uhr einstündiger Flug nach Da Nang, Herz des alten hinduistischen Cham-Landes und in jüngster Geschichte bekannt geworden als wichtiger Militärstützpunkt der Amerikaner im Vietnamkrieg. Wir sind in Mittelvietnam und es regnet in Strömen. Fußgänger und Mopedfahrer tragen lange bunte Pellerinen, wir bald auch - eine Armee von Teletubbies. Wir fahren nicht über Straßen, sondern durch Kanäle. Das Wasser teilt sich vor unserem Bus wie vor einem Schnellboot. Unser neuer local guide beherrscht die deutsche Sprache nur rudimentär, weshalb er als Reiseführer ein Totalausfall ist.

Erste Anlaufstation ist das Cham- Museum mit seiner weltweit einzigartigen Sammlung alter Cham- Kunst aus den verschiedensten Perioden des alten Königreiches, das stark durch Indien geprägt wurde. Deshalb findet man hier auch viele Darstellungen der Hindugötter Brahma (der Schöpfer), Vishnu (der Erhalter) und Shiva (der Zerstörer). Letzterer wird auch häufig als Lingam (Penis- Symbol) dargestellt.

Nächster Bus- Stop ist eine Steinmetzfabrik, in der große und kleine Statuen aller Art hergestellt werden. Jade, Marmor und Granit sind die Materialien. Für den Besuch der Freilandausstellung werden an unsere Gruppe zusätzliche Regenschirme ausgegeben. Natürlich wird nichts gekauft - bei dem Gewicht wären die Transportkosten teurer als das Werk der Steinmetze. Dennoch sehen wir bereits verpackte Arbeiten, die für den Versand nach überall auf der Welt vorbereitet sind, Dresden, Birmingham, Tokio, New York...

Mittags checken wir ein ins Hoi An Pacific- Hotel und unternehmen am Nachmittag einen Ausflug in die total verregnete Altstadt von Hoi An (UNESCO- Weltkulturerbe). In dieser - bei normalem Wetter - malerischen Stadt, die zwischen dem 17. und 19. Jh. einer der wichtigsten Häfen Südostasiens war, gibt es viele alte Straßen umrandet von alten Häusern und Sitzungssälen, verschiedene Pagoden, Tempel und altertümliche Grabmäler zu bewundern. Noch heute ist der chinesische, japanische und europäische (Portugiesen) Einfluss überall sichtbar. Wir besuchen die Phuc Kien Assembly Hall, das Museum für Keramik, die alten Häuser der Familien Tan Ky und Quan Thang sowie die überdachte japanische Brücke. Dann gibt uns Reiseleiter Didi "Freizeit". Diese Formulierung finde ich immer etwas merkwürdig, denn jeder von uns nimmt nicht dienstlich, sondern in seiner Freizeit an dieser Gruppenreise teil. Keiner ist gezwungen, sich an das angebotene Programm zu halten. Zu dritt bummeln wir also durch die Gassen der alten Stadt. Meine beiden Begleiter kommen aus Ostdeutschland und erzählen vieles aus der alten DDR, was mir bis dahin nie zu Ohren gekommen war. Ein sehr interessanter Nachmittag, wenn auch mit einem anderen Inhalt als geplant. Die Strassen von Hoi An´s Altstadt werden an diesem Nachmittag von kleinen Gruppen Teletubbies in grellfarbenen Regencapes bevölkert.

Abends im Hotel speist neben uns eine Gruppe Japaner, die offensichtlich einen guten Geschäftsabschluss feiern wollen. Zumindest lassen ihr lautstarkes Gejohle und ihre Trinksprüche darauf schließen. Vielleicht ist Ihnen auch der Bierkonsum zu Kopf gestiegen. Denn Bier gibt es in Vietnam genug. Jede Region hat ihr eigenes, daneben gibt es überregionale Marken wie "333" und "Tiger", das wir wegen der Hessen in unserer Gruppe "Tiejer- Bier" nennen.

19.11.08, Mittwoch

Um 8:00 brechen wir auf zum Wolkenpass über das Truong- Son- Gebirge, der landschaftlich äußerst reizvollen Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam. Draußen heult der Taifun und Regenschauer peitschen das Land. Da können wir uns die Passfahrt klemmen, es wäre eh nichts zu sehen. Also nehmen wir den neu gebauten 6,3 km langen Tunnel nach Da Nang. Der Han- Fluß führt schweres Hochwasser. Angeblich ist er meist blau - jetzt sieht er schlammig braun aus.

Wir fahren durch zur alten kaiserlichen Residenzstadt Hué, wo wir zunächst eines der Kaisergräber, nämlich die Grabanlage von Tu Duc, einem der letzten vietnamesischen Kaiser (+ 1883) besichtigen. Tu Duc hatte hundert Frauen und Konkubinen und blieb trotzdem kinderlos. C´est la vie! Hundert mal probiert, hundert mal is´ nix passiert! Der Bruder des Kaisers mußte ihm schließlich "Schützenhilfe" leisten um den Fortbestand der Dynastie zu sichern. Die Grabanlage liegt in einem sehr reizvollen Park chinesischer Gartenbauart, aber bei prasselndem Regen sind alle Katzen grau. Übrigens lebte der romantische Tu Duc 16 Jahre lang in seiner Grabanlage und ihrer künstlichen Park- und Seelandschaft. Die Vorstellung ist schon gewöhnungsbedürftig: da übt der Kaiser schon mal ein paar Jahre Probewohnen in der Gruft...

Am frühen Nachmittag besuchen wir die Zitadelle (UNESCO- Weltkulturerbe), die ab 1802 nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking errichtet wurde - als Stadt in der Stadt mit kleinen Dörfern, Reisfeldern, künstlichen Bergen, Tempeln, Gärten, Seen und Alleen. Die quadratische Anlage von 520 ha Größe wurde nach geomantischen Vorgaben errichtet. Sie wird von einem gewaltigen Wall nebst Wassergraben umsäumt. Ein Besuch der Zitadelle ist in Mittelvietnam ein absolutes Muss!

Mit dem Bus fahren wir zur alten Thien-Mu-Pagode, die mit dem angrenzenden Tempelbezirk auf einer Anhöhe liegt. Der 21 m hohe, achteckige Turm dieser Pagode ist eines der bekanntesten Bauwerke Vietnams. Seine sieben Stufen symbolisieren die sieben Inkarnationen Buddhas. Von hier fuhr der Mönch Thich Quang Duc 1963 nach Saigon um sich aus Protest gegen das damalige Diem- Regime selbst zu verbrennen. Die Bilder gingen damals um die Welt. Seine Asche wird im Tempelbezirk in einer Urne neben Frangipanibäumen aufbewahrt.

Der Regen hat nachgelassen. Ein überdachtes Boot wartet auf uns auf dem "Fluß der Wohlgerüche" oder auch "Parfümfluß", benannt nach den Blüten und Baumharzen, die er mit sich führt. Zur Zeit unseres Besuches führt er wohl eher geruchlose Sedimente mit sich. Das Boot bringt uns zu unserem heutigen Übernachtungshotel, dem Huong Giang. Auch das Abendessen wird hier eingenommen. Es gibt u.a. Banh Khoai, kleine knusprige Pfannkuchen, die mit Shrimps, Schweinefleisch und Sprossen gefüllt und mit Erdnußsauce serviert werden. Ein Blick ins Internet verspricht uns ab Hanoi, dem nächsten Reiseziel, regenfreie Tage. Das läßt die Stimmung steigen.

20.11.08, Donnerstag

Am nächsten Morgen versagt beim Check Out die Kreditkarte - so zumindest der Rezeptionist. Ich muss die abendliche Getränkerechnung mit meinen abgezählten Dollars begleichen. Wenn sich bestätigen sollte, dass ich die Karte nicht mehr benutzen kann, habe ich ein Problem. Aber nur die Ruhe, wozu hat man zwei Karten...

Jetzt fahren wir erstmal zum Kaisergrab von Minh Mang, das von vielen für die schönste Ruhestätte in Hue gehalten wird. Wohl zu Recht. Der große Ehrenhof wird von einer Garde steinerner Mandarinen und Elefanten gesäumt und führt zum rot- golden ausgestatteten Sung-An-Tempel, wo der Kaiser und seine Frau verehrt wurden.

Gegen Mittag fliegen wir dann von Hué nach Hanoi, Hauptstadt der Sozialistischen Republik Vietnam. Diese Stadt hat sich noch viel von ihrem kolonialen Straßenbild bewahrt. Endlich haben wir wieder Sonnenschein, unser neuer Guide ist Herr Bo, unser Stadthotel das Galaxy. Das Hotel liegt zentral und nahe der Altstadt, aber an einer vielbefahrenen Kreuzung. Das bedeutet nur wenige ruhige Stunden in der Nacht, aber wozu habe ich Oropax dabei. Der erfahrene Reisende beugt vor! Noch kurz vor meinem Abflug in Deutschland wurde von verheerenden Überschwemmungen und dem Ausbruch der Cholera in Hanoi im Fernsehen berichtet, aber ich finde hier rein gar nichts von diesem Schreckensszenario vor.

Am Nachmittag ist eine erste Erkundung der Altstadt mit dem "Cyclo", der vietnamesischen Fahrrad- Rikscha, vorgesehen. Jeder von uns besteigt ein solches Gefährt und die Karawane setzt sich in Bewegung. Ich bin mir selten dämlicher vorgekommen als bei dieser Ausfahrt zwischen all den Autos, Mopeds und Fahrrädern, die um einen herumwuseln. Wer besichtigt hier eigentlich wen? Aber für die Cyclo- Fahrer ist das ein lebensnotwendiges Transportgeschäft, das immer mehr durch Moped- und Auto- Taxis verdrängt wird.

Während der Fahrt passiert mir das nächste Malheur: Mein Camcorder gibt seinen Geist auf. Der Videokopf sei zu reinigen, meldet die Automatik. Aber wie denn bitte ohne Reinigungscassette? Das Abendessen in einem typischen Touri- Abzocklokal gehört eher in die schlechte Kategorie. Der Tischkellner spielt den Clown, ist aber irgendwie nicht wirklich lustig. Da bleibt nur eins: In netter Gesellschaft den kleinen Tagesfrust mit ein paar Tiejer- Bierchen in der rustikalen Hotelbar runterspülen.

Dieser Tag war irgendwie nicht meiner. Kommt schon mal vor...

21.11.08, Freitag

Nach meinem morgendlichen Spaziergang zum nächsten ATM - welch ein Wunder, die Kreditkarte funktioniert wieder einwandfrei! - steht eine ausführliche Stadtbesichtigung auf dem Programm. Sie beginnt mit dem Ho Chi Minh-Mausoleum am Ba-Dinh-Platz, das politische und zeremonielle Zentrum der Hauptstadt.

Über dem Gebäude prangt in großen Lettern "Chu Tich Ho-Chi-Minh", was soviel wie Präsident Ho Chi Minh bedeutet. Daneben heißt es auf einem überdimensionalen Banner "Nuoc Cong Hoa Xa Hoi Chu Nghia Viet Nam Muon Nam!", was übersetzt bedeutet Es lebe die Sozialistische Republik Vietnam! Vietnam ist übrigens das einzige asiatische Land mit einer Schrift, die ein Alphabet mit lateinischen Buchstaben nebst phonetischen Zusatzzeichen verwendet.

Herr Bo erklärt uns das bevorstehende Procedere für den Besuch des Mausoleums: Bitte langsam um den Glassarg des einbalsamierten Präsidenten herumgehen, keine Fotos oder Videos. Die Kameras seien bei ihm am Eingang abzugeben, er werde sie uns am Ausgang wieder zurückgeben. Keine drei Minuten später fällt Herrn Bo ein "Heute leider Freitag, Mausoleum zu!" Ja so ist das in Asien, man muss immer darauf gefasst sein, dass sich eine Sachlage, Meinung oder Aussage von jetzt auf gleich ins Gegenteil verkehrt. Verläßlichkeit ist nicht unbedingt eine asiatische Tugend. Wichtig ist aber, dass der Asiat nicht "sein Gesicht verliert", weshalb Herr Bo auch nicht weiter hinterfragt wird.

Also kein Mausoleum, stattdessen schauen wir uns Ho Chi Minhs in traditioneller Pfahlbauweise errichtetes Holzhaus im Park an. Der verehrte vietnamesische Führer lebte wirklich spartanisch, er wollte nicht im feudalen Präsidentenpalast wohnen. Seine Landsleute nennen ihn bis heute liebevoll "Onkel Ho" und in Onkel Ho´s Hütte empfing er gerne alte Leute und Kinder. Sein Konterfei muss bis heute für die Propagandamaschine der Regierung ebenso herhalten wie sein Leichnam im Mausoleum - und das obwohl es sein ausdrücklicher Wunsch und seine Anweisung für den Todesfall war, seinen Leichnam zu verbrennen. Der sozialistische Personenkult hatte auch hier das letzte Wort.

Unweit von Onkel Ho befindet sich die Einsäulen-Pagode, eine 3 qm große Mini- Pagode in Lotosform, die auf einer Säule (früher Holz, heute Beton) in einem Teich steht. Sie ist eines der Wahrzeichen von Hanoi. Direkt daneben befindet sich eine Pappelfeige, ein Bodhi-Baum oder"Baum der Weisheit". Sie soll von einem Ableger des Baumes stammen, unter dem Buddha die Erleuchtung fand. Ich finde hier zwar nicht die Erleuchtung, aber die vorläufige Rettung meines Camcorders. In unmittelbarer Nähe gibt es nämlich einen Fuji- Shop, wo ich die dringend benötigte Reinigungscassette erstehen kann.

Weiter gehts ins Ethnologische Museum, wo wir viel über Leben und Kultur der ethnischen Minderheiten Vietnams erfahren. Es handelt sich insbesondere um die Bergvölker im Nordwesten - von Herrn Bo "Bergleute" genannt. Neben der besonderen Kleidung und den Gebrauchsgegenständen finden sich im Außenbereich des Museums auch zahlreiche spezielle Bauten dieser Volksgemeinschaften, deren Rekonstruktion von den reichen Industrienationen, u.a. auch Deutschland, finanziert wurden. Mit der Darstellung menschlicher Sexualität hatte man in Indochina auch nie ein Problem. Der Besuch des Etho- Museums lohnt sich wirklich!

Auf einer Dachterasse hoch über dem Gewimmel der Menschen und Fahrzeuge in den Straßen Hanois nehmen wir einen kleinen Imbiss zu uns. Dieser besteht in der Regel aus einer Nudelsuppe. Ich entscheide mich zur Abwechslung mal für eine kleine Portion Spagetti Bolognese. Natürlich löse ich damit bei meinen Tischnachbarn sofort Spekulationen über die Zusammensetzung der Sauce aus... Sie ist sehr wohlschmeckend. Ich kann bestätigen, während der Indochinatour zu keinem Zeitpunkt Magen-/Darmprobleme gehabt zu haben - und das, obwohl ich bei Montezumas Rache meist in vorderster Reihe stehe um mir meinen Anteil abzuholen. Der Laden hier heißt übrigens Papa Joe´s Cafe. (Den Hinweis verstehen nur Insider...)

Als nächstes besuchen wir den Literaturtempel. Die großzügigste und schönste Tempelanlage Hanois ist zugleich das konfuzianische Hauptheiligtum und die erste Universität Vietnams. Dieser Tempel ist fast 1000 Jahre alt. Besonders in Erinnerung bleibt mir der sogenannte Stelenhof, wo steinerne Schildkröten die Tafeln mit den Namen von 1036 erfolgreichen Absolventen der schwierigen Akademieprüfungen tragen. Aber auch die weiteren Tempelhallen, die hintereinander gestaffelt zu erreichen sind, sind kulturhistorisch äußerst wertvoll und wirken auch auf mich als Laien sehr beeindruckend.

Wir fahren in die Stadtmitte zum Hoan Kiem-See ("See des zurückgegebenen Schwertes"), dem Schauplatz einer Legende. Der Nationalheld Le Loi hatte im 15. Jhrdt. den Aufstand gegen die chinesischen Besatzer angeführt. Beim Fischen im See soll er ein goldenes Schwert gefangen haben, mit dessen Hilfe er die Eindringlinge besiegen konnte. Als er zum See zurückkehrte um den Göttern zu danken, flog das Schwert unter lautem Donnergrollen aus seiner Hand direkt in das Maul einer Riesenschildkröte, die es den Göttern zurückbrachte. Diese Geschichte ist noch heute sehr populär in Vietnam. Sie wird auch in der folgenden Aufführung des Wasserpuppentheaters Gegenstand einer Szenenfolge sein.

Die Sonne geht in den Tropen bekanntlich sehr schnell unter. Bis zum Beginn der Vorführungen des traditionellen Wasserpuppentheaters mache ich noch einen Rundgang über den angrenzenden Straßenmarkt. Hier wird wie üblich alles verkauft - u.a. aus Altreifen hergestellte Sandalen, aufgearbeitete alte Schuhe, Plastikartikel und Textilien aller Art und die mich immer wieder begeisternden exotischen Lebensmittel und Garküchen. Alles mitten im Straßendreck. Vergeßt deutsche Hygienevorstellungen!

Wir nehmen Platz in den Sitzreihen des Thang Long- Wasserpuppentheaters. Ich weiß nicht wohin mit meinen Beinen, sitze wie "Affe auf dem Schleifstein", völlig verkantet auf dem schmalen Sessel mit null Beinfreiheit. Die Vorführung beginnt. Farbenprächtige Holzpuppen und Figuren erheben sich aus dem Wasser. Sie werden an langen Bambusstangen und Schnüren wie von Zauberhand von den hinter einem Vorhang bis zur Hüfte im Wasser stehenden Puppenspielern bewegt. Insgesamt werden 17 Szenen aus dem Dorfleben, der Geschichte und der Mythologie aufgeführt. Die Figuren stellen Menschen, Tiere -vom Regenwurm bis zum Wasserbüffel-, Drachen und Fahrzeuge dar. Dazu spielen Musikanten folkloristische Weisen auf den traditionellen Instrumenten, z.B. dem Monochord, einer Art Zither, und der Sapekenklapper, einem Percussionsinstrument. Die Kunstform des Wasserpuppentheaters ist weltweit einmalig und nur in Vietnam anzutreffen. Früher wurde sie zur Unterhaltung der Landbevökerung in den überfluteten Reisfeldern aufgeführt. Das muss man gesehen haben. In den ersten beiden Reihen sollte man allerdings nicht wasserscheu sein.

Irgendwie bewege ich mich in meiner verkanteten Sitzposition, was meine französische Nachbarin in der Reihe vor mir wohl als körperlichen Angriff auf sie interpretiert. Jedenfalls beugt sie sich nach vorn und läßt sich mit voller Wucht in die Rücklehne ihres Sessels fallen. Meine Kniescheiben üben unvermittelt den Salto mortale und ich mich in der Zurückhaltung eines lauten Schmerzensschreis sowie eines Fluchs. Es gibt eben wirklich nette Mitmenschen....

Der Schmerz läßt aber schnell nach als wir nach der Vorstellung in einem vietnamesischen Restaurant der Extraklasse zu Abend essen.

22.11.08, Samstag

Vormittags fahren wir durch das Delta des Roten Flusses, so genannt wegen der eisenhaltigen Sedimente, die er mit sich führt, nach Ha Long City am Golf von Tonkin in der Südchina- See. Auf der Straße trifft man immer wieder auf Szenen, die wir so aus Europa nicht kennen, z.B. die unendliche Vielfalt von Transportmöglichkeiten eines Mopeds. Alles läßt sich damit transportieren: Bis zu 5 Personen pro Moped oder 1 Rind oder bis zu 5 Schweine als Zuladung, stapelweise Hühnerkäfige oder zig Zementsäcke um nur Beispiele zu nennen. Mittags erreichen wir den touristisch geprägten Ort Ha Long City. Im Westen der Stadt liegt das Pier mit rund 300 Booten aller Art, die in die Ha Long- Bucht fahren. Auf uns wartet eine zum Ausflugsboot umgebaute Motor- Dschunke, die mit uns bis zum Abend durch die idyllische, ca. 1500 km² große Bucht tuckert.

Die Bucht ist ein Landschaftswunder mit zweitausend, teils mehrere hundert Meter hohen Karstkegeln und Inselchen, vielen Höhlen und Grotten. Das Kalksteinplateau, auf dem die Bucht beheimatet ist, versinkt allerdings langsam aber stetig. Der vietnamesische Name Vinh Ha Long bedeutete übersetzt "Bucht des absteigenden Drachen". Der Legende nach entstand die Bucht durch einen Drachen, der in den Bergen nahe am Meer lebte. Als er zur Küste lief, zog er mit seinem Schwanz tiefe Furchen in das Land, welches vom Meer überflutet wurde, nachdem der Drache ins Wasser tauchte. 1994 wurde die bizarre Idylle von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Hier spielten auch Szenen des James-Bond-Films "Der Mann mit dem goldenen Colt".

Eine andere Legende erzählt, dass alle vietnamesischen Männer von einem furchterregenden Drachen abstammen und alle Frauen Vietnams von einer wunderschönen Fee.

An Bord unserer Dschunke wird uns während der Fahrt ein schmackhaftes, leichtes Seafood- Menü aus der Bordküche serviert. Es gibt leckere Garnelen und Crabcakes, letztere serviert im Krebspanzer, mit vietnamesischem Wein. Dessen Qualität ist aber mit 15 $ für die Flasche völlig überbezahlt. Warum muss man hier auch Wein bestellen? Wir trinken in Deutschland auch nicht unbedingt Reisschnaps als Degistif. Nach dreistündiger Fahrt durch die romantische Inselwelt erreichen wir die Hang Sung Sot- Höhlen. Unsere Dschunke legt neben vielen hier schon festgemachten weiteren Booten in einer malerischen Bucht an. Der Eingang der Höhlen liegt weiter oben, wir müssen einige Treppen steigen um ihn zu erreichen. Es lohnt sich, denn oben erwarten uns 3 riesige natürliche Höhlensäle mit zahlreichen Stalagmiten und Stalagtiten. Vom Höhlenausgang hat man einen fantastischen Ausblick über die kleine Bucht.

Langsam tuckert unser Boot zurück - dem Sonnenuntergang entgegen. Der fällt dann aber nicht sonderlich spektakulär aus. In Ha Long City checken wir ein im Grand Hotel. Der Name hört sich nach mehr an, als das Hotel bietet. Nach dem Abendessen im Hotel schlendere ich mit einem der Mitreisenden noch ein wenig die Straße runter, entlang der zahlreichen Restaurants, Hotels, Massagesalons und Karaokebars. Natürlich wird man als Mann ohne weibliche Begleitung sofort angesprochen: "Mister, massage? You want a girl?" Nee, lass mal stecken! Allerdings gibt es auch zahlreiche seriöse Massagesalons, die aber keine Schlepper beschäftigen. In einer Karaokebar amüsieren wir uns bei einem Drink köstlich über die Japaner und Koreaner, denen das Nachsingen fernöstlicher Popsongs riesengroßen Spaß macht.

23.11.08, Sonntag

Der heutige Tag hat nichts Spektakuläres zu bieten, aber oftmals ist die Entdeckung des scheinbar Belanglosen oder Nebensächlichen viel intensiver, schöner und nachhaltiger als die Besichtigung von vermeintlichen Höhepunkten.

Nach dem Frühstück geht es vorbei an Reisfeldern, Aquakulturen, in denen Garnelen gezüchtet werden, Bananen- und Gemüse- Plantagen zurück Richtung Hanoi.

In einem Dorf findet eine Verlobungsfeier statt. Wie auch bei der späteren Hochzeit wird ein großes, bunt geschmücktes Zelt vor dem Hauseingang der Brauteltern aufgebaut, dass alle eingeladenen Gäste fassen muss. Und dazu gehört i.d.R. das ganze Dorf! Natürlich bringt jeder Geschenke, meist in Form von Geldbeträgen mit, die dem jungen Paar bzw. deren Eltern die Finanzierung einer so großen Veranstaltung überhaupt erst ermöglichen. Wir halten mit unserem Bus an und werden sofort eingeladen, an der Verlobungsfeier teilzunehmen. Die Gastfreundschaft der Vietnamesen ist sehr großherzig. Wie sagte eine Mitreisende noch? Bei uns wäre es unvorstellbar, zu einem Familienfest wildfremde Menschen hereinzubitten... Wir werden nicht nur eingeladen mitzuessen und mitzutrinken (was wir aber nicht annehmen), sondern auch zu fotografieren und zu filmen. Eine Gruppe junger Mädchen, wahrscheinlich würde man bei uns "Brautjungfern" sagen, trägt einheitlich blutrote Kleider und zieht sich scheu zurück, während kleine Kinder, ebenfalls festlich herausgeputzt, draußen vor dem Zelt Schabernack treiben. Ich wäre gerne länger geblieben...

Wir fahren weiter nach Haiphong, wo wir den Blumenmarkt und den Fisch- und Gemüsemarkt in der Stadtmitte besuchen. Das Angebot asiatischer Märkte ist ein wahrer Augenschmaus und eine Orgie voller Geruchs- und Geschmacksproben. Die Wahrnehmung solcher Warenangebote mit allen Sinnen ist für mich immer wieder ein Fest. Das hiesige Angebot an Fischen, Meeresfrüchten, Schnecken, Insekten, Tieren aller Art sowie Obst und Gemüsen offenbart die wahre Vielfalt einer Küche, die sich sämtliche Ressourcen zunutze macht. Allein die Früchte: Jackfruits, Rambutans, Durian, Mandarinen, Nashis, Ananas, Drachenfrucht ... Dagegen ist das Angebot unserer Wochenmärkte kaum der Rede wert.

Kurz vor Hanoi besuchen wir dann noch das Keramik- Dorf Battrang. Gekauft wird hier nichts, denn das Transportproblem hält auch hier wieder viele vom günstigen Erwerb der Keramik- und Porzellanerzeugnissen aller Art ab. Sorry, aber mir hat sowieso nichts gefallen.

In Hanoi verbringen wir noch eine Nacht im Galaxy bevor es am nächsten Morgen "Good Bye Vietnam!" heißt.

Weiter gehts nach Laos......

*Maps courtesy of www.theodora.com/maps used with permission.


Hier gibt es den Reisebericht als PDF zum Ausdrucken.

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Meine Reiseliteratur- Empfehlungen: (ein Klick auf den Buchtitel führt Euch zur Direktbestellung bei amazon.de)

Der Baedeker- Reiseführer "Vietnam" in der 5. Auflage 2008 ist für einen Gruppenreisenden perfekt! Gespickt mit vielen Informationen und Tipps, ausgestattet mit guten Fotos, 3D-Darstellungen, Plänen und einer großen Vietnam- Karte, die auch gleich Laos und Kambodscha mit abdeckt, vermisst man hier nichts. Auch Hintergründe, Fakten und spezielle Reiseratschläge werden anschaulich vermittelt. Dieser Baedeker ist kurzweilig und informativ zugleich und seinen Preis absolut wert!

Wer sich näher mit dem Land und seinen Menschen sowie der wechselvollen Geschichte der jüngsten Zeit beschäftigen möchte, dem sei "Vietnam hautnah - Ein Land im Umbruch" von Rüdiger Siebert und Heinz Kotte empfohlen. In Reportagen, Interviews und Geschichten schildern die beiden Autoren die Widersprüche eines Landes auf dem Weg in die "sozialistische Marktwirtschaft".

Als Freund asiatischer Gerichte aller Art besitze ich zahlreiche Kochbücher für diese spezielle Küche. Das beste Buch über die vietnamesische Küche, mit vielen toll bebilderten Rezepten, die jeder mit ein wenig Übung nachkochen kann, ist "Vietnam - Küche & Kultur" aus dem Gräfe und Unzer- Verlag. Für die hier vorgestellten Gerichte brauchen Sie keinen Gemüse- und Gewürzhändler in Hanoi, der Ihnen seltene Zutaten per Luftfracht zuschickt. Alles was Sie benötigen, bekommen Sie im Asiamarkt in der Nähe. Wunderschön werden hier spezielle Themen der vietnamesischen Küche in Bildreportagen vorgestellt. Dieses Buch macht wirklich Appetit!

Die Liebhaber neuzeitlicher Literatur möchte ich an Graham Greene´s "Der stille Amerikaner" erinnern, ein desillusionierender und zugleich spannender Roman, der 2002 mit Michael Caine als Fowler verfilmt wurde. Die Handlung erzählt von einer Dreiecksgeschichte in den frühen 50er Jahren. Vietnam befindet sich im Krieg mit den Franzosen. Jedoch lernt man in diesem Buch sehr viel über die Gründe für den folgenden Krieg mit den Amerikanern.

Ja, und dann gibt es da noch den Klassiker der Südostasien- Reportage schlechthin, Peter Scholl- Latours "Der Tod im Reisfeld - 30 Jahre Krieg in Indochina". Dieses Buch ist die vielleicht beste, politische Analyse der jüngeren Zeitgeschichte (1945-1975) Indochinas und noch heute von beeindruckender Aktualität. Leider ist es im Buchhandel derzeit vergriffen, aber zahlreiche gebrauchte Buchexemplare werden im Internet, u.a. bei ebay, angeboten.

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