1. Tag, Mittwoch, 29.12.2010

Ich war noch niemals in New York... Mitte September 2001 wäre es fast soweit gewesen, Flug und Hotel waren gebucht, doch dann passierte das Attentat auf die Twin Towers.

In den folgenden Jahren stand NYC nicht auf der Liste meiner Urlaubsziele. Zum Jahreswechsel 2010/2011 ist es dann soweit. Extreme Schneefälle beeinträchtigen den Flugverkehr in Europa und Nordamerika, aber ich habe Glück. Von Frankfurt geht es mit British Airways nach London Heathrow und von dort nach kurzem Stopover weiter nach New York, Newark Liberty. In der World Club Class von BA mangelt es an nichts. Was mir nicht gefällt: Man sitzt hier nach Yin und Yang- Art nebeneinander, aber gegenüber. Das ist ungewohnt und ein wenig befremdlich, wenn einem der Nachbar unbekannt ist.

Ein Tipp, den ich leider erst nach dieser Reise bekam: Singapore Airlines fliegt ab Frankfurt und kommt schon um 10:45 in NYC /JFK an, Rückflug abends erst um 21:00, Preis in der Economy- Class schon ab ca 500 EUR. So fliegt man mit einer der besten Airlines und spart eine Menge Zeit und Geld!

In Ost-West-Richtung geht die Reise in die Vergangenheit, also drehe ich meine Uhr sechs Stunden zurück und betrete mit gemischten Gefühlen am Abend wieder einmal amerikanischen Boden.

Das Land der Freien, die Heimat der Tapferen, begrüßt mich mit gewohntem Misstrauen gegenüber jedem Fremden. Der Sicherheitswahn der Amis war mir schon bei meinen vorherigen USA- Reisen mehr als suspekt. Der Einsatz von Körperscannern, schwerstbewaffnete Cops mit Maulkorb tragenden Hunden, die Überprüfung der persönlichen Daten jedes Touristen (für die Amis alle potenzielle Terroristen) bis hin zur Abnahme von Fingerabdrücken und eines Fotos reichen hart an meine persönliche Akzeptanzgrenze heran. Seit September 2010 muss sich jeder Deutsche zudem über das elektronische Einreisesystem ESTA des Heimatschutzministeriums mit seinen persönlichen Daten vorab online registrieren lassen und ein "Eintrittsgeld" von 14 $ für den Besuch der USA zahlen.

Die Einführung des biometrischen Reisepasses haben wir den Amis ebenso zu verdanken wie das umstrittene Swift- Abkommen über die Weitergabe von europäischen Bankkunden-Daten an die USA. Big Brother is watching us... Es wird Zeit, dass wir es umgekehrt genauso halten mit Mr. & Mrs. Liberty.

"What did you do in Iran?" fragt der Officer argwöhnisch. Er hat das Iran- Visum in meinem Pass entdeckt. "Tourist!" Irgendwann ist es geschafft. Ich passiere nach dem Imigrationsschalter auch den Zoll.

Für den Transport nach Midtown Manhattan habe ich im Internet einen Shuttle- Transfer bei GO Airlink NYC gebucht (kostet 17 $, ein Taxi im Vergleich dazu 70- 90 $). Jetzt gilt es erstmal den Fahrer von Airlink zu finden. Ich frage nach beim Ground Transportation Schalter - Treffer! Wegen der Verkehrsbehinderungen durch den starken Schneefall vor 3 Tagen hier in NY soll ich mit 2 Stunden Wartezeit rechnen, meint der Dispatcher. Aber es kommt anders, der Fahrer ist schon kurze Zeit später da. Nachdem das Gepäck von mir und weiteren fünf Personen im Van verladen ist, geht die Fahrt los.

New York City - The Big Apple, Königin aller Metropolen. Diese Stadt ist exotisch und faszinierend. Sie singt und swingt in meinen Ohren. Für mich ist es immer wieder ein Erlebnis durch Hochhausschluchten zu fahren oder zu laufen. Das Gefühl kenne ich schon aus anderen Weltstädten. Hier aber wird der Mensch zur Ameise. Gotham City, here I am! Wo ist der Typ mit der blauroten Strumpfhose und der mit dem Fledermaus- Cape?

Nach 23 Stunden bin ich am Ziel, dem Sheraton Hotel & Towers, 811 7th Avenue on 53rd Street. Das Hotel wird gerade etagenweise renoviert, allerdings ohne dass man als Gast etwas davon merkt. Seine Lage ist sehr zentral in Midtown, in unmittelbarer Nähe zum Times Square. Im 17. Stock komme ich mir beim Blick aus dem Fenster vor wie in einer Souterrainwohnung. Ringsum schießen die Hochhäuser weit über diese Höhe hinaus.

Es ist inzwischen kurz nach 23:00 Uhr Ortszeit. Wo sind meine Freunde? Nina, Katie, Sophie, Norman und Rüdiger sind bereits am frühen Nachmittag mit dem Lufthansa- Jet vorgeflogen.

Ich treffe sie an der Hotelbar, wo man sich schon ein paar Bierchen bzw. Longdrinks gegönnt hat. An die hohen Preise muss man sich gewöhnen, Bier 9 $, Longdrink 12 $, aber das gilt für alles hier in Manhattan.

2. Tag, Donnerstag, 30.12.2010

Wir frühstücken im Sheraton. Norman meint, bei den Preisen könnten wir auch gleich bei Tiffany frühstücken - kleiner Scherz, denn das kann man natürlich nicht in dem Klunkerladen an der 5th Avenue. Auch Audrey Hepburn hat sich hier nur die Diamanten angeschaut. Norman heißt eigentlich Dieter, wir nennen ihn aber wegen seiner verblüffenden Ähnlichkeit mit Norman Bates so.

Den meisten New Yorkern reicht ein Coffee-to-go und ein Bagel auf die Hand. Wer wie wir richtig frühstücken will, wählt dafür einen der zahlreichen Diners. Das waren ursprünglich ausrangierte Dining Cars, Speisewagen der Eisenbahn, die als Frühstücks- Imbissbuden am Straßenrand aufgestellt wurden. Bis heute gibt es hier vornehmlich ein American Breakfast, Sandwiches und Kaffee. Eine Alternative sind die Delis (gesprochen: "Delli"), das steht für "Delicatessen Store" - eine Anleihe aus der deutschen Sprache. Der Name verspricht viel, es handelt sich aber eher um eine Mischung aus Lebensmittelladen und Diner mit Frische- Anspruch. Hier findet man die besten Pastrami- und Corned Beef Sandwiches.

Greenwich Village - neben weiteren Promis wohnten Bob Dylan und der Schriftsteller Eugene O'Neill hier. Und immer noch sind viele VIPs, wie die Schauspielerin Uma Thurman, stolz auf die schicke Adresse. Am begehrtesten ist auf der Visitenkarte "1, Fifth Avenue" direkt am Washington Square. Das kostet aber richtig Geld!

New Yorks Wohnraum wird zu Höchstpreisen verkauft und vermietet. So kostet ein 50 qm- Appartement ohne jeglichen Luxus und ohne besondere Lage ca. 2.500 $ Monatsmiete. NYC ist die Stadt der kinderlosen Singles. Nur wenige Kinder sind im Straßenbild zu sehen. Kita- Plätze sind so rar und begehrt, dass junge Frauen schon vor einer Schwangerschaft ihr künftiges Kind auf Wartelisten setzen lassen.

In Greenwich Village gibt es Victorian Houses und trendige Galerien zu sehen. Der Schnee liegt in diesen Tagen teilweise noch meterhoch an den Straßenrändern.

Per Subway gehts nach Chinatown. Das Chinesenviertel beginnt an der Canal Street und ist sofort an den Auslagen der Fisch- und Gemüsegeschäfte sowie an den exotischen Gerüchen zu erkennen, die einem in die Nase steigen. Auch lebendes Meeresgetier und Frösche werden angeboten.

Erstaunt bin ich jedoch, hier Durian, die berühmte "Stinkfrucht", zu entdecken. Die Königin aller tropischen Früchte stammt aus Südostasien. Ich kenne Durian bisher nur aus Kambodscha. Der Geschmack ist sehr eigenartig, so eine Art Mischung aus reifem Camembert mit einem Hauch von Vanille, Mandeln und Zwiebeln. Na, Appetit bekommen?

Wir ziehen weiter nach Little Italy, geprägt durch zahlreiche italienische Restaurants und Kaffeehäuser. Eines davon suchen wir für ein warmes Getränk auf, das Ferrara, nach eigenem Bekunden Amerikas erste Espresso Bar. Die angebotenen Cookies, Pastries und Cannoli sind Weltklasse, der Coffee sowieso.

Für den Nachmittag steht eine Fahrt hin und zurück mit der Staten Island Ferry auf unserem Programm. Im Terminal an der Südspitze Manhattans sammeln sich neben vielen Pendlern auch zahlreiche Touristen, denn die Fahrt mit der Fähre ist kostenlos und bietet eine fantastische Aussicht auf die Wolkenkratzer, die Freiheitsstatue und Ellis Island. Sobald die Fähre an der St. George Station auf Staten Island angelegt hat beginnt eine kreisförmige Wanderung der Sehleute, die zunächst das Schiff verlassen müssen bevor sie sich für die Rückfahrt wieder neu anstellen können. Die kurze Zeit des Wartens in der Wartehalle nutzen wir zum Aufwärmen. Es ist brutal kalt draußen und der Fahrtwind tut ein übriges auf den Außendecks der Fähre. Das Objektiv der Kamera beschlägt sofort.

Manhattan ist übrigens nur ein Stadtteil von New York City. Die anderen Stadtteile, genannt boroughs, sind Bronx, Queens, Brooklyn und Staten Island.

Heute abend essen wir brasilianisch. In den nächsten Tagen werden wir noch weitere Länderküchen ausprobieren.

3. Tag, Freitag, 31.12.2010

"The Lamb Lies Down on Broadway", das letzte Genesis- Album, dessen Texte von Peter Gabriel nahe am Wahnsinn angesiedelt sind, kommt mir in den Sinn, aber auch "Nights on Broadway" von den Bee Gees. Die über 20 km lange Strasse ist wohl eine der berühmtesten der Welt. In Manhattan sind die Strassen eigentlich alle wie ein Schachbrett angelegt. Der Broadway, der "breite Weg", ist die große Ausnahme und verläuft schräg zu allen anderen Strassen bis nach Harlem. Am häufigsten wird er mit dem Theaterdistrikt in Verbindung gebracht. Hier findet sich die höchste Konzentration von Bühnen auf der Welt, insbesondere für Musical- Freunde eine wahre Fundgrube. Alle neuen Musicals und auch Neuinszenierungen alter Werke werden hier gespielt. "Spiderman" ist in diesen Tagen bei den Proben abgestürzt, steht aber gerade vor seiner Premiere. The show must go on - that´s entertainment! Musicals sind allerdings nicht meine Welt.

Was man hier am Times Square, der langgestreckten Kreuzung von Broadway und 7th Avenue, an Videoinstallationen auf den Häuserfassaden findet, ist atemberaubend. Da gibt es Videoscreens, die nur von den Fenstern der Häuser unterbrochen werden oder andere, die über mehrere Gebäude laufen. Zwangsläufig steht man mit nach oben geneigtem Kopf vor dieser beeindruckenden Lichter- Orgie.

Für den Abend ist ein Großaufgebot an Sicherheitsmassnahmen ergriffen worden. Ca. eine Mio. Menschen werden hier das neue Jahr begrüßen. 400 Kameras sind installiert, tausende Cops und Securities sind auf den Beinen. Der Schnee wurde in den letzten beiden Tagen rund um den Times Square mit Lastwagen abgefahren. Über Midtown Manhattan kreisen unüberhörbar NYPD- Helikopter. Die Menschen werden aufgefordert, alles irgendwie Verdächtige sofort einem Polizisten mitzuteilen. Das Mitführen von Rucksäcken oder Alkohol ist strengstens verboten. Jetzt werden Absperrungen mit Metallgittern errichtet, die mich unweigerlich an Cattle Corrals erinnern. Aber wir sind ja auch in den USA. Der Polizeichef hat im Morgenmagazin von CBS erklärt, alles unter Kontrolle zu haben.

Wir verlassen erst einmal diese Hochsicherheitszone und laufen die 7th Avenue hoch, vorbei an der berühmten Carnegie Hall und dem Hurst Building, biegen dann am Central Park rechts ab, wo wir auf die 5th Avenue treffen, New York's Prachtstrasse. Im nördlichen Abschnitt liegen die Luxusläden der internationalen Mode- Imperien. Am Grand Army Plaza stossen wir auf den Glaskubus des Apple Stores. Direkt daneben das Gebäude des Edelkonsumtempels von Bergdorf Goodman mit seiner legendären Schaufensterdekoration, die sich pro Fenster auf die thematische Präsentation eines einzigen Kleidungsstücks beschränkt. Märchenhaft!Und dahinter Abercrombie & Fitch, der Modeladen, der sein Verkaufspersonal castet. Eingestellt werden nur junge Frauen und Männer, die dem amerikanischen Schönheits- und Schlankheitsideal entsprechen. Es folgen Tiffany, Gucci, Armani, Prada, Henri Bendel usw usw... Das Luxus- Kaufhaus Bendel hat seinen Sitz in dem Gebäude mit den berühmten floralen Lalique- Verglasungen.

Mittendrin der Trump Tower, in dessen oberen Stockwerken sich auch großzügige Wohnappartements befinden. Eines davon bewohnt das Schauspielerehepaar Tom Cruise und Katie Holmes. Man spricht von horrenden Mieten in diesem Domizil.

Auf der 5th Avenue und der Park Avenue haben sich die teuersten Modegeschäfte der Welt angesiedelt. Zwischen der 5th und der Avenue of the Americas findet sich auch das Rockefeller- Center, das wir nun aufsuchen. In seinem Innenhof an der 50th St. steht zur Weihnachtszeit vor der etwas verunglückt wirkenden Prometheus- Statue ein riesiger geschmückter Christbaum, davor eine öffentliche Eislauffläche. Der Menschenandrang ist heute so groß, dass wir fluchtartig diesen Ort verlassen.

Nebenan, gegenüber der Radio City Music Hall liegt der Eingang zum GE- Building, wo wir eine Liftfahrt auf den Top of the Rock gebucht haben. (Achtung nur innerhalb eines fest vereinbarten Zeitfensters möglich; ansonsten heißt es Schlange stehen!). GE steht natürlich nicht für Germany, wie es die Werbung bei uns suggeriert, sondern für General Electric Company, einer der größten Mischkonzerne der Welt.

In 30 Sekunden schießt uns der Aufzug hoch zum Observation Deck in der 70. Etage. Von der Aussichtsplattform hat man einen fantastischen Ausblick über Manhattan und seine Skyscraper. Auch das derzeit wieder höchste Gebäude der Halbinsel, das Empire State Building (incl. Antennenmast 449 m hoch), ist gut zu sehen. Es wird aber wohl spätestens 2012 durch den dann errichteten Freedom Tower am Ground Zero überragt werden.

"Empire State of Mind" von Alicia Keys und Jay-Z ist für mich derzeit der Song, der das Lebensgefühl in New York am besten wiedergibt.

Nach einem Dinner beim Italiener feiern wir am späten Abend mit den New Yorkern den Jahreswechsel auf der Straße. Viele haben sich schon seit dem Nachmittag einen möglichst nahen Platz am Times Square gesichert um gute Sicht auf den Ball Drop und die zahlreichen Videowände zu haben, auf denen im Laufe der Nacht zahlreiche Auftritte von Rock- und Popgrößen gezeigt werden. Heute abend gibt es u.a. Live- Auftritte von den Backstreet Boys, New Kids on the Block, Kesha und Avril Lavigne.

Ein Zugang zum Broadway oder zur 7th Ave. ist am späten Abend selbst vom Central Park aus nicht mehr möglich - und die Querstrassen sind abgesperrt. Unsere Hotelkarte weist uns als Gäste des Sheraton in der 7th aus - die Cops lassen uns tatsächlich passieren. So ergattern wir kurz vor Mitternacht unmittelbar vor dem Hotel einen Platz mit Blick auf den Countdown am Times Square, das legendäre "Ball Lowering" oder "Ball Drop", bei dem eine riesige Lichterkugel an einem Fahnenmast auf dem Gebäude der New York Times heruntergefahren wird.

Feuerwerk ist in den engen Straßenschluchten verboten, das findet im Central Park statt. Wir haben es aber nicht gesehen.

Nach dem Absenken der Kugel stimmen Hunderttausende zum neuen Jahr das Traditional "Old Long Syne" an. Bei den deutschen Pfadfindern ist es bekannt als Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss. Weiter geht es für die hiesigen Fischerchöre musikalisch mit den Klassikern "New York New York" von Frank Sinatra, gefolgt von Louis Armstrong's "What a wonderful World". So richtig was zum rein- "schmoozen" ins neue Jahr.

(Und so sah der Ball Drop 2011 aus.)

Auf das neue Jahr wird anschließend in der Hotelbar angestossen. Getreu dem Motto:

If I can make it there, I'll make it anywhere,
It's up to you, New York, New York !!!


4. Tag, Samstag, 01.01.2011

Wir haben ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt. Jetzt machen wir uns auf den Weg zu einem Neujahrsspaziergang durch den Central Park. Auf den Nebenwegen liegt noch richtig viel Schnee. Das alte Karussell mit seinen bunten Holzpferden steht still, ein Straßenkünstler wirft mit einer Schlaufe riesige Seifenblasen, sehr zur Freude der zahlreichen Parkbesucher.

Ich frage unsere Damen, ob Ihnen aufgefallen sei, dass es keine Enten auf den eingefrorenen Teichen gebe. Es könne doch sein, dass die Parkgärtner im Winter kleine Stichsägen dabeihätten, mit denen sie die an den Füßen festgefrorenen Enten aussägen und retten würden, oder?

An der westlichen Grenze des Parks steht das Dakota Building, wo John Lennon und Yoko Ono gelebt haben und vor dessen Haustür Lennon ermordet wurde. Hier wurde ein Gedenkgarten angelegt und nach einem Waisenhaus in Liverpool Strawberry Field benannt. Ein schwarz- weißes Mosaik bildet das Wort "Imagine", der Titel eines der berühmtesten Songs von John Lennon. Das Dakota ist übrigens auch der Drehort für Roman Polanskis Gruselfilm "Rosemaries Baby" gewesen.

Die wenigen durch den Central Park führenden Straßen sind heute für den motorisierten Verkehr gesperrt. So schlendern wir ganz entspannt durch die grüne Lunge New Yorks - ganz im Gegensatz zu den vielen Joggern, die hier einen Ausgleich zu ihren Bürojobs finden.

Zurück am südwestlichen Ende des Parks suchen wir im Columbus Circle, Time Warner Center, einen der vielen Feinkost- Supermärkte auf: Whole Foods Market mit seinem unglaublich breiten und hochwertigen Angebot an Obst, Backwaren, Sushi und jeder Menge frisch zubereiteter Fertiggerichte. Sowas findet man bei uns vielleicht im KaDeWe. Hier kann sich jeder (der es bezahlen kann) nach seinem Geschmack ein Picknick für den Park, einen Mittagsimbiss fürs Büro oder auch ein fertiges Abendessen kaufen.

Wir nehmen die U-Bahn, die hier Subway heißt. Das fängt natürlich mit dem Ticketkauf an. Die einfache Fahrt kostet 2,25 $, das Tagesticket 8,25 $ und die aufladbare Metro-Card 20 $. Für letztere entscheiden wir uns und zahlen am Automaten mit der Kreditkarte. Die Maschine fragt nach einem "ZIP-Code" zur Identifizierung des Karteninhabers. Inhaber ausländischer Kreditkarten müssen an dieser Stelle "99999” eingeben, dann gehts weiter. Das muss man wissen... Ansonsten kann man natürlich auch mit Dollarnoten zahlen.

In der Subway spiegelt sich das Leben. Banker und Penner nutzen dieses universelle Transportmittel gleichermaßen. Eine ältere Farbige setzt sich neben mich und beginnt ein Gespräch mit mir als sie hört, dass ich aus Germany komme. Sie sei Tänzerin und wo sie überall schon auf der Welt aufgetreten sei und dass sie mit dem Professor - der steht vor uns - vom National History Museum liiert sei und - und - und...

Mit der roten Linie 1 fahren wir runter zum Battery Park. Sehr viele Menschen sind heute in der Stadt unterwegs. Lange Schlangen stehen am Castle Clinton an um ein Ticket für das Boot nach Ellis Island zu bekommen. Wir nicht.

Hier unten liegt auch der Financial District und einige sehenswerte Museen. Die sind aber heute geschlossen, so dass wir stattdessen ein chinesisches Restaurant auf einen Imbiss "besichtigen". Schräg davor auf dem Bowling Green steht die tonnenschwere Bronzeplastik Charging Bull die für Fotos vor den Hörnern des Stiers oder mit Griff an seine mächtigen Hoden dicht umlagert wird. Mir fällt ein Bild ein: der Tanz um das Goldene Kalb!

Es nieselt. Das Wetter hat sich am Nachmittag verschlechtert und ist richtig ungemütlich geworden. Das ungewohnt ganztägige Asphaltlaufen schlaucht. Wir fahren zurück ins Hotel. Heute läuft nicht mehr viel. Als Dinner gönnen wir uns Barbecue- Burger und Bier im House of Brews - wirklich eine Empfehlung wert!

5. Tag, Sonntag, 02.01.2011

Für den Vormittag steht eine Rundfahrt in den Norden bis hinauf nach Harlem auf dem Programm. Zunächst legen wir aber einen Stop am Lincoln Center ein, dem Musentempel der Stadt. Hier findet sich das Konzerthaus der New Yorker Philharmoniker, die Avery Fisher Hall, das Metropolitan Opera House, kurz "Met" genannt, und das New York State Theater, Heimat u.a. des städtischen Ballets. Die beiden großen Wandgemälde von Chagall, die die Fassade der Met einrahmen, sind durch Vorhänge vor der Morgensonne geschützt, so dass wir sie leider nicht sehen. Gerne hätte ich mir hier ein Konzert angehört oder eine Opernaufführung besucht. Vielleicht klappt es beim nächsten NY- Besuch.

Mit dem Kleinbus umrunden wir den Central Park und halten am östlichen Rand des Jackie Kennedy Onassis Reservoirs. Von der Uferpromenade hat man einen fantastischen Blick auf die gegenüberliegenden luxuriösen Gebäude, das San Remo, das Century, das Majestic und das berühmte Eldorado. Auf dieser Promenade wurden Szenen des Films "Der Marathon Mann" mit Dustin Hoffman gedreht. Sie sind sofort wieder vor meinem cineastischen Auge.

New Yorks Strassen, Gebäude und Plätze sind die begehrteste Filmkulisse der Welt. Den Wiedererkennungswert erleben wir unentwegt während unseres Aufenthaltes. Tatsächlich hat die Filmindustrie aber ihren Sitz in Hollywood, L.A., während New York die Nachrichten- und Fernsehstadt Amerikas ist.

Auf der andere Seite der 5th Avenue liegt das Guggenheim Museum mit der futuristischen Architektur Frank Lloyd Wrights. Da ich kein Freund moderner Kunst bin, besuche ich es ebensowenig wie das MoMa. Die Damen unserer kleinen Gruppe sind von den ausgestellten Kunstwerken begeistert.

Unsere nächste Station ist die anglikanische Kathedrale St. John the Divine. Mit ihrem Bau wurde 1891 begonnen, sie ist bis heute nicht fertiggestellt worden. In dem Umfang, wie Geld zur Verfügung stand, hat man immer wieder weitergebaut - ein Mix unterschiedlichster Baustile. Sollte die Kirche einst fertiggestellt werden, soll sie angeblich die größte der Welt werden.

Es folgt eine eher unspektakuläre Rundfahrt durch Harlem. Der Stadtteil wird immer noch vorwiegend von Farbigen bewohnt. Seitdem aber Bill Clinton sein Stadtbüro hier eingerichtet hat, nimmt der Zuzug weißer Bürger immer mehr zu. Man kann fast von einer Entwicklung hin zu einem Szeneviertel sprechen, ähnlich wie in manchen deutschen Großstädten, z.B. im St. Georgs Viertel in Hamburg oder Prenzlauer Berg in Berlin. Im Gegensatz zu Manhattan hat Harlem noch viele alte - mittlerweile restaurierte - Häuser mit nachbarschaftlichem Flair.

Probieren Sie einen Imbiss an den legendären Imbisswagen in New York! Hier gibt es Pretzel, Churros, Hot Dogs, gebrannte Nüsse und mehr - für den kleinen Hunger zwischendurch.

Die Fahrt geht vorbei am Apollo Theater, wo Musikgrößen wie Duke Ellington und Aretha Franklin ihren ersten Applaus einheimsten. Es sieht von außen eher trostlos aus. Kurz danach sind wir auch schon wieder raus aus Harlem.

Am East River entlang fahren wir südwärts bis zum UNO- Hauptquartier. Besichtigung nicht möglich! Na ja, zumindest mal von außen gesehen. Im Financial District beenden wir unsere Rundfahrt und schauen uns die legendäre Wall Street an - ohne Gordon Gekko. Die New York Stock Exchange, bedeutendste Börse der Welt, ist in einem Gebäude untergebracht, dessen Fassade wie ein römischer Tempel aussieht. Dieser Ort hat größten Reichtum ebenso gesehen wie vernichtenden Bankrott. Der Tempel des Mammons liegt an einer kleinen unscheinbaren Straße, der Wall Street, deren Name zum Synonym für die amerikanische Wirtschaft wurde. Sonntags wirkt die Straße beschaulich und gehört den Touristen, an Werktagen hingegen herrscht hier eine atemberaubende Betriebsamkeit. Time is money! Die Zufahrt zur Wallstreet wurde mit stählernen Hindernissen gesichert, die wohl nur von Panzern überwunden werden können.

Am Ground Zero sind am 11. September 2001 bei dem Attentat auf die beiden WTC- Türme mehr als 2.600 Menschen gestorben, eine unfassbare Tragödie, die Besucher dieses Ortes innehalten läßt vom Easy Livin'. Wir stehen stumm vor den Gedenkwänden mit den hunderten Namen, Fotos, Briefen, Blumen, Wimpeln, Schleifen, kleinen Geschenken. Jedes steht für eine ganz persönliche, zutiefst traurige Geschichte des Verlustes.

Hier wächst das neue One World Trade Center mit dem Freedom Tower langsam in die Höhe. Dieser Turm wird bei seiner Fertigstellung 2013 mit 541 m das höchste Gebäude der USA sein.

Unsere Gruppe teilt sich nun auf. Norman und die Damen wollen shoppen gehen, da bietet sich ja einiges an: Saks, Macy's, Barneys oder Bloomingdale's- um nur einige wenige zu nennen. Die Luxuslabels sind auf auf der Fifth Avenue zu finden.

Rüdiger und ich werden das Museum of Jewish Heritage besuchen. In dem dreigeschossigen Gebäude wird der Verfolgung der Juden durch die Nazis ein breiter Raum eingeräumt. Fotos, Textdokumente, Gegenstände, Filmausschnitte und Videovorführungen lassen die Erinnerung an den Holocaust sehr wach bleiben. Der alte Mann an der Kasse fragt uns nach unserer Nationalität. Deutsch... Er lächelt und weist uns besonders auf eine Ausgabe von "Mein Kampf" mit handschriftlichen Anmerkungen von Göbbels hin und ruft uns noch nach, auch das ausgestellte Kinderbrettspiel "Fang den Juden" sollten wir uns mal ansehen. Der zweistündige Museumsbesuch wird für uns zu einer schweren Kost.

Danach wollen wir erstmal tief durchatmen im Battery Park und dann zurück ins Hotel.

Am Abend gibt es Steak. Wir besuchen das erstklassige Ruth`s Chris Steak House. Ich bestelle ein Filet Mignon und bekomme ein butterzartes Stück Fleisch in allerbester Qualität. Sehr empfehlenswert!

6. Tag, Montag, 03.01.2011

Die Frauen und Norman reisen heute ab. Ich habe noch drei Tage Nachschlag gebucht, Kumpel Rüdiger zwei Tage. Wir ziehen um ins Hilton Garden Inn Times Square. Im Sheraton war eine Verlängerung nicht möglich. Das Hilton ist fußläufig in 5 min zu erreichen. Da zieht man den Rollenkoffer eben kurz rüber. Auch das Hilton Garden Inn hat 4 Sterne und bietet einen komfortablen Aufenthalt.

Um die Ecke liegt das Roseland, das uns beim Vorbeigehen durch die Lautstärke der Beschallungsanlage auffällt. Hier steht man nachts an um Einlaß zu bekommen, der Bunker- ähnliche Laden scheint wohl gerade sehr angesagt zu sein.

Wir haben uns einen "Wolkenkratzertag" vorgenommen und beginnen unsere Erkundung mit dem Flatiron Building, dem "Bügeleisenhaus", aus dem Jahre 1903. Das 20- stöckige Hochhaus am Madison Square Park mit seinem ungewöhnlichen dreieckigen Grundriss war das erste in der damals neuen Stahlskelettbauweise. Wer kennt nicht die legendäre Filmszene, bei der Harold Lloyd am Zeiger einer riesigen Uhr in den oberen Stockwerken eines Wolkenkratzers hängt - weit unter ihm der Straßenverkehr. Atemberaubend!

Vom Flatiron ist es nicht weit zum 1932 fertiggestellten Empire State Building. Von dessen Spitze stürzte der Riesengorilla King Kong im Film in die Tiefe. Wir konnten das Empire ja schon vom GE- Building aus bewundern und verzichten auf eine Fahrt nach oben.

Unser Scyscraper No. 3 ist das Chrysler Building, für mich das schönste Hochhaus Manhattans. Jeder Wolkenkratzer hat etwas Besonderes. Das Chrysler glänzt mit einer verspielten bogenförmigen Krone aus Nirosta- Stahl im Art Deco Stil. Die Wasserspeier auf den Mauervorsprüngen sind den geflügelten Kühlerfiguren eines Chrysler Plymouth nachmodelliert.

Spektakulär luxuriös ist das Foyer. Es ist mit Marmor und weißem Onyx ausgekleidet. Seine Decke schmückt ein großes Gemälde mit Arbeitern bei der Autoproduktion. Die Holzintarsien der Fahrstuhltüren sind den Grabkammern von Pharao Tutenchamun nachempfunden. Wahnsinn!

Direkt um die Ecke liegt Vanderbilts berühmter Grand Central Terminal, ein Bahnhof im Beaux Art Stil, eine Art Mischung aus Barock und Renaissance. Seine Haupthalle hat eine Fläche von 3.700 qm und ist 38 m hoch. Der Fußboden ist aus Marmor, die Decke ist mit einem Sternenhimmel ausgemalt. Wenn man es nicht besser wüßte, könnte man sich in einem antiken Forum wähnen.

Es ist inzwischen später Nachmittag und wir halten es wie die New Yorker Singles. Sie nehmen nach der Arbeit erstmal einen Drink, bevorzugt in einer der zahlreichen Sportsbars, in denen auf Plasma- Bildschirmen, sogenannten Big Screens, parallel alle Sportübertragungen der NFL, NBA, NHL, College Soccer etc laufen - ohne Ton. Stattdessen wird die Kneipe mit lauter Rockmusik beschallt. Amerikanisches Bier ist für uns Deutsche fast ungenießbar, das kenne ich schon. Also greifen wir auf imported beer zurück. Dann schon lieber Heinecken als Budweiser oder Miller Light! Manchmal gibt es auch Becks oder sogar Radeberger!

Heute abend essen wir Thailändisch. Dazu folgen wir einer Empfehlung des Hilton- Concierge und besuchen das Yum Yum, 9th Ave., 46th Street. Der Laden genießt schon fast Kultstatus. Das Essen ist gut, aber nicht Spitzenklasse. Ich muss meine Erwartungshaltung als Fan der südostasiatischen Küche vielleicht etwas zurücknehmen. Wir waren im Yum Yum Too, nicht im Yum Yum3. Ein Unterschied in der Küche? I don't know.

Im Hilton wohne ich diesmal in der 6. Etage. Zumindest bis hier oben hört man ganz leise die U-Bahn, die unter dem Fundament des Hotels durchrattert. Man spürt sogar eine leichte Erschütterung. Ein sehr ungewöhnliches Erlebnis. Dies und weitere akustische Signale wie Polizeisirenen und Hupkonzerte ungeduldiger Taxifahrer lassen sich aber mit Oropax ausschalten. Dann ist eine ruhige Nacht garantiert.

7. Tag, Dienstag, 04.01.2011

Zum Frühstück probieren wir ein Deli aus. Das Cosmic Deli sieht ganz einladend aus und liegt direkt einen Block weiter. Es gibt ein American Breakfast mit den üblichen Zutaten - Eier, Bacon, Bratkartoffeln, Pancakes, Toast und Kaffee. Dazu Heinz Tomato Ketchup und - sofern gewünscht - Ahornsirup. Immer noch so wie zu Zeiten der Holzfäller und Trapper.

Das American Museum of National History wollen wir besuchen, das größte Naturkundemuseum der Welt. Schon nach kurzer Zeit sind wir erschlagen von der Anzahl der Exponate. Es sollen mehr als 35 Millionen sein. Ich kann's kaum glauben. Nach dem Besuch der Weltall- Abteilung mit seiner Meteoritensammlung beschließen wir, uns für den weiteren Aufenthalt auf die berühmte Dinosaurierabteilung zu beschränken. Die vornehmlich vom amerikanischen Kontinent stammenden Skelette der Riesenechsen sind mehr als beeindruckend. Auch der Schädel eines Tyrannosaurus Rex ist zu bewundern. Gut, dass diese Viecher ausgestorben sind!

Die Präsentation der Exponate empfinden wir in den meisten Ausstellungssäle allerdings als didaktisch veraltet. So sieht man oft nur große Vitrinen und Schaufenster, in die man vor gemalte Landschaften ausgestopfte Tiere oder Puppen gestellt hat. Schulkinder begutachten sie und machen sich für den Unterricht Notizen und Skizzen.

Irgendwann beschließen wir, den Museumsbesuch zu beenden. Im Untergeschoß frage ich einen Museumsangestellten nach der Underground - er sagt "this is underground", ein Mißverständnis meinerseits, denn die gesuchte U-Bahn heißt hier ja Subway. Das Museum hat einen eigenen Subway- Anschluss. Wir fahren mal wieder zur Südspitze Manhattans.

Eigentlich soll es nach Ellis Island gehen. Doch daraus wird nichts. Es gibt irgendwelche Probleme, weshalb der Kartenverkauf eingestellt wird. Alternativ laufen wir zum South Street Seaport, dem alten Hafen der Stadt aus dem 19. Jh.. Heute liegen hier mehrere historische Schiffe als Teil eines Hafenmuseums an den Piers. Das ist schon ein eigenartiges Bild, die alten Großsegler und ein Schaufelraddampfer vor der Hochhauskulisse Manhattans...

Es ist später Nachmittag geworden. Wir suchen den Zugang zur Rampe der Brooklyn Bridge, der ersten Stahlhängebrücke der Welt aus dem Jahre 1883. Der Zugang beginnt gegenüber der City Hall, dem Rathaus New Yorks. Der für Fußgänger und Radfahrer reservierte Laufsteg verläuft in der Mitte zwischen den Autotrassen. Wir sind genau zur richtigen Zeit da, die Dämmerung bricht herein. Und jetzt bietet sich von der Brücke aus ein atemberaubender Blick auf das Lichtermeer von Downtown Manhattan. Wir schießen unsere Kameras heiß. Es ist bitterkalt auf der Brücke, zudem weht ein eisiger Wind - gefühlte Temperatur -15° C, höchstens...

Richtig gutes Seafood soll es in der Oyster Bar in der Grand Central Station geben, also in einer "Bahnhofsgaststätte". Deren Speisesaal suchen wir abends zum Dinner auf. Als Vorspeise bestelle ich frische kanadische Austern, Blackberry Point - Prince Edward Island. Das sind die besten! Als Hauptgang gibt es Wolfsbarschfilet, bis auf die beigelegten schwarzen Bohnen ein sehr feines Fischgericht. Die Oyster Bar hat wohl zu Recht den Ruf der besten Fischküche Manhattans.

8. Tag, Mittwoch, 05.01.2011

Ab heute ist nicht Kevin allein in New York, sondern ich. Rüdiger reist ab.

Yo man, was geht Altaa? Zum Beispiel Rappen in der U-Bahn! Ein farbiger Jugendlicher dreht seinen Ghetto- Blaster im Subway Wagon auf und gibt eine Breakdance- Vorführung. An der nächsten Station ist die Performance schon wieder vorbei, Mr. Rap sammelt ein kleines Trinkgeld von den Fahrgästen ein und verschwindet - wohl in den nächsten Wagon.

Ich besuche das Metropolitan Museum of Art, das größte Museum Amerikas. Dabei beschränke ich mich auf die Räume im ersten Stock. Hier gibt es römische und griechische Kunstwerke sowie die Kunst Afrikas, Ozeaniens und Amerikas zu bestaunen.

Ein großer Bereich des Museums ist altägyptischer Kunst gewidmet. Das wohl bekannteste Ausstellungsstück ist der Tempel von Dendur, den man kurzerhand hierher versetzt hat. Natürlich ein Geschenk der damaligen ägyptischen Regierung an die USA um ihn vor den Fluten des Nasserstausees zu retten ...

Das Met kann man seit kurzem bei Google Art Project auch virtuell durchwandern, ebenso wie das Moma und die Frick Sammlung. Und noch eine Besonderheit gibt es im Met, die "suggested admission", den Eintrittspreis- Vorschlag. Das heißt nichts anderes, als dass man den Eintrittspreis selbst bestimmen kann. So wird auch einkommensschwachen Bürgern der Besuch des Museums ermöglicht. In NYC gibt es noch weitere Museen mit dieser Regelung.

Zum Lunch suche ich das Pastrami Queen auf der Lexington Ave auf. Die hier verkauften Pastrami Sandwiches sollen die besten von New York sein. Es sind Sandwiches mit dünn aufgeschnittenem geräuchertem und gewürzten Rindfleisch. Schmeckt wirklich vorzüglich!

Was verbirgt sich hinter dem "Museum of Sex"? Da es auf der 5th Ave. zu finden ist, kann es keine Schmuddelbude sein. Also schau ich es mir mal an. Die Museumsbesucher sind ein Querschnitt durch alle Altersstufen, Männer wie Frauen, vorwiegend Paare! Natürlich ist das Mindestalter für den Eintritt auf 18 Jahre festgesetzt6. Gezeigt wird anhand von Plakaten, Fotos, Filmausschnitten und Videos ein historischer Abriss dessen, was wir Menschen seit dem 19. Jh. für erotische Darstellungen halten - bis hin zum Hardcore jüngster Zeit.

Auch dieser Tag geht viel zu schnell vorüber. Heute abend kaufe ich im Food Emporium ein, einem sehr guten Feinkost- Supermarkt. Ich nehme mir Algensalat und Spicy Tuna Wraps (Sushi) mit aufs Hotelzimmer. Es schmeckt vorzüglich. Dazu Dosenbier aus Deutschland und ein Hollywood- Actionfilm - perfekt!

9. Tag, Donnerstag, 06.01.2011

Macy's ist das größte Kaufhaus der Welt. Beim Betreten dieses Konsumtempels am Herald Square fühle ich mich zurückversetzt in die 70er Jahre. Es sieht dort aus wie damals bei Kortum in Bochum, bekannt aus dem TV- Mehrteiler "Der große Bellheim". Ich glaube es einfach nicht, hier stehen immer noch die alten Holztheken mit Glasfronten und Glasauflagen, hinter denen die angebotenen Waren ausgestellt - oder besser, verborgen werden. Macy's ist zugegeben groß aber nicht großartig! Ein Anachronismus im Land der Superlative.

Der bestellte Shuttle holt mich schon am frühen Nachmittag im Hotel ab und bringt mich nach dem Einsammeln weiterer Fahrgäste zum John F. Kennedy Airport. Hier kann ich in der Terraces Lounge von British Airways entspannt auf den Rückflug warten.

10. Tag, Freitag, 07.01.2011

Der Stopover in London- Heathrow gerät zu kurz um meinen Koffer nach Frankfurt durchzuchecken. Ich bekomme ihn erst am folgenden Montag von der Express- Spedition nachgeliefert. Kein Problem, war eh' nur gebrauchte Wäsche drin.

Es bleibt festzuhalten, dass ich mit meinem Aufenthalt in New York unmittelbar zwischen zwei schweren Schneestürmen viel Glück hatte. Alles hat problemlos geklappt. Und es wird bestimmt nicht mein letzter New York- Besuch bleiben....

No place in the world that can compare,
these streets will make you feel brand new !
Big lights will inspire you !
Let's hear it for New York, New York, New Yoooork!


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Eine wirklich empfehlenswerte Website zu New York ist NYC-Guide.de - viele Infos und Tipps:


Folgende Restaurants sind mir auch empfohlen worden. Ich konnte sie leider (noch) nicht testen:

Joe`s Shanghai, der beste Chinese außerhalb von China, Midtown (online reservieren!) und Chinatown

IchiUmi - Japanisches Restaurant mit einer riesigen Auswahl an Sushi und anderen Fischspezialitäten in Buffet-Form.

Kum Gang San, ein Top-Koreaner, bei dem besonders das Barbeque empfehlenswert sein soll - 32th Street/Ecke Broadway ("Korea Town")

Steakhäuser:

Keens Steakhouse, berühmt für seine Mutton Chops

Wolfgangs Steakhouse, riesige Angus- Steaks von 500- 1000 g, die "dry aged" sind und somit vor der Zubereitung 1 Monat abgehangen werden bis sie äußerlich verschimmelt sind! (nicht ganz preiswert)

Peter Luger Steakhouse

Mortons Steakhouse

BLT Steak

Ein Steak wird in NY besonders geschätzt, wenn es aussen deutlich "charred" ist, was von manchem wohl als verbrannt empfunden wird. Das Fehlen einer solchen dunklen Kruste wird im Land als ein kritischer Makel angesehen. Wer ein verkohltes Steak nicht mag, sollte es "not charred" bestellen!

Frühstück

Frühstück bei Katz´s Delicatessen, 205 East Houston Street (die berühmte Szene aus "Harry und Sally" spielt hier)

2nd Ave Deli, 162 East 33rd Street, ein berühmtes yiddish kosher food deli.

Barney Greengrass

Wem das deftige, reichhaltige American Breakfast zuviel des Guten ist, der sollte mal ein Continental Breakfast ausprobieren. Wer jedoch ein gutes deutsches Frühstück erwartet, wird enttäuscht. Das Continental besteht hier aus Kaffee oder Tee, einem Bagel oder Muffin und vielleicht ein paar viel zu süßen Cerealien mit Fat Free Milk. Wenn's schee macht...



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Meine Reiseliteratur- Empfehlungen für New York:

       

STREETWISE Manhattan Map , Downtown und Midtown Manhattan Map - das sind die ultimativen Stadtpläne - und für Kunstfreunde ARTWISE Manhattan ! Die gibt es vor Ort zu kaufen. Vergessen Sie die Karten, die man hier so kaufen kann... mit einer Ausnahme: FlexiMap New York

Und hier gehts zurück zur Startseite: www.travelhomepage.de (falls es mit dem Slide-In-Menue am linken Rand mal nicht klappt...)